Full text : Die freiwilligen sozialen Fürsorge- u. Wohlfahrtseinrichtungen in Gewerbe, Handel u. Industrie im Deutschen Reiche

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Heinr.  Franck  Söhne,
Ludwigsburg-Halle  a.  S.  usw.
Diese  Firma  hat  schon  vor  Jahrzehnten  begonnen,  eine  Reihe  von
WOHLFAHRTSEINRICHTUNGEN  zu  schaffen,  die  sich  zur  Förderung  des  leiblichen
und  geistigen  Wohls  ihrer  Arbeiter  und  Angestellten  vortrefflich  bewährt  haben.  Sie  ist
dabei  oft  neue  Wege  gegangen  und  hat  mehrfach  Vorbilder  dafür  gegeben,  durch  welche
Mittel  humane  Zwecke  erreicht  und  freundliche  Beziehungen  zwischen  Arbeitgeber  und
Arbeitnehmer  begründet  und  erhalten  werden  können.
So  war  die  Firma  Franck  eine  der  ersten  in  Württemberg,  welche
DIENSTALTERSZULAGEN  einführte.  Dieselben  beginnen  schon  nach  einem  Arbeitsjahre ­
  und  steigen  von  5  bis  zu  40  Pfg.  pro  Arbeitstag,  welcher  Höchstbetrag  nach  12  Arbeitsjahren ­
  erreicht  wird.  Diese  Dienstalterszulagen  bleiben  grundsätzlich  ohne  jeden  Einfluß
auf  die  Bemessung  der  Arbeitslöhne,  und  sie  erhöhen  den  Verdienst  der  Arbeiter  in  einer
recht  fühlbaren  Weise.
Einen  ganz  besonderen  Erfolg  hatte  die  Firma  mit  der  Gewährung  von
KAPITALDARLEHEN  zum  Zwecke  der  Erwerbung  eines  eigenen  Heims.  Die  Begründung ­
  für  diese  Einrichtung  ist  in  nachfolgenden,  beherzigenswerten  Worten  niedergelegt: ­

„Ein  eigenes  Heim,  dazu  ein  eigenes  Stück  Land  oder  Garten  wird  von  jedem
Manne  erstrebt,  welcher  in  solchem  Besitze  eine  Sicherung  der  Zukunft  seiner  Familie
und  eine  Vermehrung  seiner  Unabhängigkeit  mit  berechtigtem  Stolze  auf  das  Errungene ­
  empfindet.  Die  Erreichung  dieses  Zieles  bleibt  keinem  versagt,  der  von
Jugend  auf  fleißig  schafft  und  das  Erworbene  treulich  zusammenhält,  nicht  in  das
Wirtshaus  trägt  oder  auf  andere  Weise  verliedert.  Auch  zu  frühzeitiges  Heiraten,
ehe  beide  Teile  einen  Sparpfennig  vor  sich  gebracht  und  damit  ihren  haushälterischen
Sinn  sich  gegenseitig  erwiesen  haben,  ist  unsittlich,  erschwert  und  hindert,  zur
freudigen  Heimstätte,  zu  Besitz  und  Unabhängigkeit  zu  gelangen.
Wir  unterstützen  unsere  Arbeiter,  welche  in  Befolgung  unseres  vorstehenden
Aufrufes  auf  das  Land  ziehen  oder  dort  bleiben  und  welche  sich  durch  Treue,  Fleiß
und  Sparsamkeit  würdig  zeigen,  gerne  in  der  Erwerbung  eines  eigenen  Grundbesitzes.
Denjenigen  Arbeitern,  welche  eine  genügende  Sicherheit  in  ihrem  Ersparten  aufweisen
können  —  was  ihnen  ja  leicht  möglich  ist,  wenn  sie  von  früh  an  ihre  Groschen  Zusammenhalten ­
  —,  gehen  wir  mit  Kapital-Darlehen  zu  einem  gegen  den  laufenden
um  1  bis  1  y 2  %  niedrigeren  Zinsfuß  bereitwillig  an  die  Hand.  —  Ohne  diese  Sicherheit ­
  und  an  die  in  Ludwigsburg  wohnenden  oder  weniger  als  3  Jahre  im  Geschäft
tätigen  Arbeiter  werden  keine  Darlehen  gewährt.
Die  Abtragung  des  Kapitals  und  Zinses  hat  in  wöchentlichen  Raten  innerhalb
10—15  Jahren  zu  erfolgen  und  nehmen  wir  hierbei  Rücksicht  auf  alle  in  Betracht
kommenden  Verhältnisse.“
            
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