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H. Füllner, Maschinenbauanstalt, Warmbrunn in Schlesien.
Füllner- Kolonie. (Im Hintergründe das Riesengebirge mit Schneekoppe.)
amten einen Rückhalt
im Alter und allen Be
amten einen Rückhalt
bei unverschuldeten
Notständen gewähren.
BEAMTENUNFALL
VERSICHERUNG. Für
eine von der Firma ab
geschlossene Beamten
unfallversicherung
zahlte die Firma bisher
die eine Hälfte der Ge
bühren, die andere Hälfte wurde von den Beamten selbst getragen.
SPEISESAAL. Ein bequem eingerichteter, gut beleuchteter und heizbarer Speisesaal
ist während aller Arbeitspausen geöffnet; darin werden Speisen und Getränke zu mäßigen
Preisen verabfolgt. Außer Bier gibt es keine alkoholhaltigen Getränke. Aus der eigenen
Selterwasserfabrik liefert das Werk den Arbeitern 2 Flaschen Selterwasser zu 5 Pf. Gewinne
werden nicht erzielt, sondern nur die Verwaltungskosten gedeckt; die Unterhaltung des
Speisesaales trägt die Firma.
Stets hat der Firmeninhaber zur Förderung nationaler Jugendpflege beigetragen und
in diesem Sinne auch den Speisesaal dem Christlichen Verein junger Männer für seine
Unterhaltungsabende kostenfrei überlassen.
BADEANSTALT. Im Jahre 1909 wurde ein zweistöckiges früheres Beamtenwohnhaus
zu einer Badeanstalt mit 12 Brausebädern, 8 Wannenbädern und einer Wohnung für die
Badewärter umgebaut. Die Bäder werden kostenfrei verabfolgt.
Von den sonstigen fürsorglichen Einrichtungen seien kurz erwähnt die Arbeiter
bücherei, die mustergültigen gesundheitlichen Anlagen in der 1908 fertiggestellten
Modelltischlerei, die großen hellen Arbeitsräume des ganzen Betriebes, die eigene
Krankenkasse, die zeitgemäß ausgerüstete Fabrikfeuerwehr und der 1886 gegründete
Maschinenbauer-Gesangverein. Jeder Sänger erhält nach 10jähriger Mitgliedschaft
einen goldenen Ring mit Lyra und einer Widmung seines Stifters, des Herrn Geheimrat
Dr.-Ing. Eugen Füllner. Bereits 24 Sängern wurde diese Ehrung zuteil. In gleicher Weise
wurden für 25jährige Sängertreue bis jetzt 9 Mitgliedern goldene Krawattennadeln über
reicht, die in ihrer Form ein Sinnbild für Arbeit und Gesang darstellen. Frau Geheimrat
Klara Füllner schenkte im Oktober 1906 dem Gesangverein eine prachtvolle Fahne, die
den Namen der Geberin und den von Herrn Geheimrat Füllner verfaßten sinnreichen Spruch
trägt: „Kraftvoll bei der Arbeit ringen, Klangvoll zur Erholung singen.“
FÜLLNER-ARBEITERKOLONIE. Im Jahre 1899 wurde mit einem Kostenaufwand
von 100 000 M. die Füllner-Arbeiterkolonie errichtet, die inzwischen auf 10 Häuser ver
größert worden ist; im ganzen sind jetzt 16 Arbeiterhäuser, meistens Doppelhäuser und 8 Be
amtenwohnhäuser vorhanden. Alle Häuser liegen in herrlicher, gesunder Lage, sind zum
Teil neu erbaut und zumeist mit Gärten für jede Familie versehen.
KLEINKINDERSCHULE. Herr Geheimrat Dr.-Ing. Füllner läßt zurzeit sein väter
liches Stammhaus zum Besten seiner Arbeiterschaft in eine von ihm zu unterhaltende
Kleinkinderschule umbauen, die im Gedächtnis an seine verstorbene Mutter den Namen
„Henriettenheim“ tragen und soweit Raum übrig ist, mehreren arbeitsunfähig gewordenen
Arbeitern freie Wohnung gewähren soll. Frau Geheimrat Füllner wird selbst, unterstützt
durch eine eigene Schulschwester, die Leitung übernehmen. Die Kleinkinderschule liegt
so zentral an der Fabrik, daß die Arbeiter bequem auf dem Wege nach der Fabrik die Kinder
mitbringen und dieselben beim Weggehen von der Fabrik mit nach Hause nehmen können.