Ilse, Bergbau-Act.-Ges., Grube Ilse.
3. VERSORGUNG MIT LEBENSBEDÜRFNISSEN. Die Ilse-Wohlfahrtsgesellschaft
hat bestimmungsgemäß schon für die alten Werke Kauf- und Gasthäuser (Fig. 2 und 10),
sowie einige Bäckereien (Fig. xi) unterhalten, aus denen die Angehörigen des Werks ihre
Bedürfnisse an Nahrungsmitteln, Kleidungsstücken und sonstigen Bedarfsgegenständen
zu mäßigen Preisen beziehen können. Gegenwärtig betreibt die Gesellschaft fünf Kaufhäuser,
vier Gasthäuser, drei Bäckereien und eine Fleischerei, einen zweiten Schlachthausbetrieb
hat sie in Pacht gegeben. Nach den Satzungen darf die Gesellschaft an die
Ilse, B.-A. weder Zinsen für das Stammkapital, noch einen Gewinn verteilen. Die Überschüsse
müssen vielmehr den Entnehmern nach dem Maß ihrer Entnahme am Jahresende
ausgezahlt werden oder weiteren Wohlfahrtseinrichtungen zugute kommen.
Der Umsatz der Ilse-Wohlfahrtsgesellschaft im Jahre 1912 betrug:
Ilse 718 553 M.
Renate-Eva 248 595 ,,
Anna-Mathilde 173 774 ,,
Marga 709 032 ,,
1 849 954 M.
Eine Gärtnerei, eine Bäderanlage, ein
Junggesellenheim, Pfarrhaus, Arztwohnung,
Apotheke sind für die noch im Bau begriffene,
aber ihrer Vollendung sich nähernden
Kolonie in Aussicht genommen. Zu dem
Gesamtbilde Fig. 5 ist, da der Bau noch nicht
abgeschlossen, ein wahrheitsgetreues Gipsmodell
benutzt worden.
Nach vollständigem Ausbau der Kolonie
auf Grube Marga werden auf allen Werken
zusammen zur Verfügung stehen 260 Familien-
und 40 Junggesellenwohnungen für
Beamte, ferner 1000Arbeiterfamilienwohnungen,
sowie Unterkunfts- und Schlaf räume
für 1200 unverheiratete Arbeiter.
An Rabatt wurden im Jahre 1912 94231 M. gezahlt, entsprechend 7% auf die abgegebenen
Marken.
4. PENSIONSWESEN UND HINTERBLIEBENENFÜRSORGE. Die wichtigste Schöpfung
in dieser Hinsicht ist die im Jahre 1907
eingerichtete Pensionskasse. In der Generalversammlung
der Aktionäre vom 3. Oktober
1907 wurde die Stiftung einer Pensionskasse
für die gesamten Angehörigen der Ilse, B.-A.
und der Ilse-Wohlfahrtsgesellschaft beschlossen.
Sie sichert den während des Dienstes
bei dem Unternehmen durch Unfall, Krankheit
oder Alter dienstunfähig gewordenen
Arbeitern und Beamten eine Pension und
ihren Hinterbliebenen eine Rente auf Lebenszeit,
ohne daß von den Werksangehörigen
Beiträge zur Kasse geleistet werden. Die
Satzungen sind frei von jeder Engherzigkeit.
Uber alle Pensionierungsanträge ent-Fig.
10. Inneres des Kaufhauses der Grube Marga.
Fig. 9. Arbeiterwohnküche in Kolonie Marga.