Full text : Die freiwilligen sozialen Fürsorge- u. Wohlfahrtseinrichtungen in Gewerbe, Handel u. Industrie im Deutschen Reiche

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Emil  Kummerle,  Kammgarnspinnerei
zu  Brandenburg  a.  H.
(Mehr  als  700  Arbeiter  und  Arbeiterinnen.)
ARBEITER-UNTERSTÜTZUNGSFONDS.  Aus  verschiedenen  Anlässen  ist  ein  Arbeiter-Unterstützungsfonds ­
  in  Höhe  von  71  000  M.  gestiftet,  aus  dessen  Zinserträge  eine
Anzahl  ehemaliger,  arbeitsunfähig  gewordener  Arbeiter,  die  sich  durch  jahrelange  treue
Dienste  ausgezeichnet  haben,  durch  monatliche  Renten  bis  zu  65  M.  für  den  einzelnen
unterstützt  werden.  Ferner  erhalten  durch  Krankheit  oder  sonstige  unverschuldete  Schicksalsschläge ­
  unterstützungsbedürftig  gewordene  Arbeiter  und  Arbeiterinnen  angemessene
ZUWENDUNGEN,  die  im  Verein  mit  den  Rentengeldern  die  Summe  des  Zinsertrages
jedoch  weit  übersteigen  und  durch  einen  besonders  gewährten  Zuschuß  von  der  Firma
Deckung  finden.  Im  vergangenen  Jahre  hat  die  Firma  für  diese  Art  der  Fürsorge  rund
9000  M.  aufgewendet.
FABRIK-KRANKENKASSE.  Von  dem  Gedanken,  ihren  Mitgliedern  die  Wohltaten
der  Krankenversorgung  unmittelbar  zuteil  werden  zu  lassen,  ist  die  Gründung  der  eigenen
Fabrik-Krankenkasse  ausgegangen.
SPARVEREIN.  Als  eine  vorzügliche  Einrichtung  hat  sich  die  Gründung  eines  „Sparvereins“ ­
  für  alle  Arbeitnehmer  im  Dienste  der  Firma  erwiesen.  Der  Zweck  des  Vereins  ist
in  seinem  Namen  ausgedrückt,  und  um  das  Interesse  an  ihm  zu  fördern  und  zu  erhöhen,
trägt  die  Firma  zu  den  wöchentlich  zu  entrichtenden  und  zu  verzinsenden  Spareinlagen
durch  Zuschüsse  bei.  Die  angesammelten  Gelder  werden  mündelsicher  und  verzinslich
angelegt.
ERINNERUNGSGABEN,  GELDSPENDEN.  Bei  der  Firma  konnten  eine  Reihe  Angestellter, ­
  Meister,  Arbeiter  und  Arbeiterinnen  ihr  25jähriges  Jubiläum  feiern;  sie  wurden
dabei  teils  durch  wertvolle  Erinnerungsgaben,  teils  durch  angemessene  Geldspenden  ausgezeichnet. ­

SPEISESAAL,  ERFRISCHUNGEN.  Ein  mit  Rücksicht  auf  die  hygienischen  Anforderungen ­
  der  Neuzeit  erbauter  Speisesaal  gibt  den  in  der  Fabrik  Beschäftigten  Gelegenheit  zur
Benutzung  während  der  Ruhepausen.  Gute  und  billig  zu  kaufende  Erfrischungen  werden
zur  Erlangung  ihrer  Billigkeit  zum  Teil  von  der  Firma  selbst  hergestellt.  Etwaige  Überschüsse ­
  aus  der  Getränkekasse  kommen  dem  Unterstützungsfonds  zugute.
PARZELLEN.  Durch  ein  von  der  Firma  für  eine  sogenannte  Laubenkolonie  gepachtetes
Grundstück,  dessen  Parzellen  den  Arbeitern  gegen  ein  geringes  Pachtgeld  überlassen  sind,
ist  diesen  die  Selbstgewinnung  täglich  benötigter  Bodenerzeugnisse  ermöglicht.
SONNABENDSCHLUSS.  Auch  den  neuzeitlichen  Bestrebungen  nach  einem  möglichst
frühen  Sonnabendschluß  hat  die  Firma  Rechnung  getragen;  sie  schließt  Fabrik  und  Kontor
des  Sonnabends  um  2  Uhr.
            
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