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Arbeiterwohnhäuser.
Heizbares Eßzimmer.
J. B. Lacour & Co., G. m. b. H.,
Markirch i. Eis.
Die Firma, die am Anfang des letzten Jahrhunderts gegründet wurde, und die vor
40 Jahren die Stückfärberei von wollenen Herren- und Damenkleiderstoffen im Markircher
Tale einführte, hat es nicht unterlassen, für das Wohl ihrer Arbeiter zu sorgen.
UNTERSTÜTZUNGS- UND ALTERSKASSE. So wurde am 1. April 1894 eine Unter-
stützungs- und Alterskasse von Herrn J. B. Lacours Vater gegründet.
Das Grundkapital wurde durch zwei aufeinander folgende Stiftungen gebildet. Der
Kasse fließt außerdem noch ein gewisser Gewinnanteil zu, und ist das Kapital in der Firma
zu 4 % Zinsen deponiert.
Die betreffende Kasse fungiert ohne Abzug am Arbeitslohn. Sie ist durch einen von den
Arbeitern aus ihrer Mitte gewählten Ausschuß verwaltet.
Sie zahlt eine Rente denjenigen Arbeitern, die durch Alter oder Krankheit zur Arbeit
unfähig geworden sind, und vervollständigt den Tagelohn, d. h. die Differenz zwischen
bezogenem Krankengeld aus der Ortskrankenkasse und dem vollen Arbeitslohn, im Falle
von vorübergehender Krankheit.
An verteilten Renten und Krankengeldern sind bis zum 1. Januar 1913 47 000 M.
ausbezahlt worden.
GEHEIZTE ESSZIMMER. Für die Bequemlichkeit der auswärtigen Arbeiter, die ihr
Mittagsmahl in der Fabrik einnehmen, hat auch die Firma gesorgt. Sie hat luftige, helle
und geheizte Eßzimmer, mit allem Nötigen ausgestattet, eingerichtet.
ARBEITERWOHNUNGEN. Auch mit dem Bau einer Serie sonniger und in schönster
Lage gelegener Arbeiterwohnungen, die weiter ausgedehnt werden soll, ist begonnen worden.
Diese Arbeiterwohnungen, die gegen sehr niedrige Miete abgegeben werden, haben für
jede Haushaltung eigenen Eintritt, sind mit Gas und Wasserleitung und allem hygienischen
Komfort bedacht.