Full text : Die freiwilligen sozialen Fürsorge- u. Wohlfahrtseinrichtungen in Gewerbe, Handel u. Industrie im Deutschen Reiche

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Ludw.  Loewe  &  Co.,  A.-G.,
Berlin  NW.  87.

Vortragssaal.

HYGIENE.  Schon  bei  Begründung  des  Unternehmens  wurde
als  eine  seiner  vornehmsten  Aufgaben  die  Fürsorge  für  Arbeiter
und  Beamte  ins  Auge  gefaßt.  Bei  der  Errichtung  des  jetzigen
an  der  Nordperipherie  Berlins  gelegenen  Werkes,  im  Jahre  1898,
bot  sich  reichlich  Platz  für  die  Schaffung  aller  Einrichtungen,
welche  die  moderne  Fabrikhygiene  kennt.
Vor  allem  wurde  beim  Bau  darauf  gesehen,  daß  Luft  und
Licht  überall  ungehindert  Zutritt  haben.  Die  Wände  —  zu  3 / 4  aus
Fenstern  bestehend  —  sorgen  für  Helligkeit  bei  Tag  in  weitgehendstem ­
  Maße.  Elektrisches  Bogenlicht  und  zahlreiche  Glühlampen ­
  erhellen  die  Räume  bei  Dunkelheit.
Wesentlich  für  die  Sauberkeit  der  Arbeitsstätten  ist  die  Anordnung ­
  besonderer  Ankleideräume  in  den  großen  und  luftigen
Kellern.  Hier  befinden  sich  auch  die  Waschgelegenheiten.  Für
jeden  Arbeiter  ist  ein  besonderer  Kleiderschrank  und  unmittelbar
davor  ein  Platz  an  der  Wascheinrichtung  vorgesehen.  Uber  jedem
Waschplatz  befindet  sich  ein  Rohrstutzen  für  angewärmtes
Wasser  im  Winter,  kaltes  im  Sommer.  Außer  diesen  Wascheinrichtungen ­
  sind  für  die  in  der  Schmiede  und  Gießerei  beschäftigten ­
  Arbeiter  Zellen  für  Brausebäder  eingerichtet.  Die  Reinigung  und  Instandhaltung
sowie  Desinfektion  der  Wasch-  und  Ankleideräume  erfolgt  durch  eigens  dafür  angestellte
Wärter.
Besonderes  Augenmerk  in  jeder  Hinsicht  wurde  auf  die  Beseitigung  von  Holz-  und
Kohlenstaub  sowie  des  beim  Schleifen  entstehenden  Schleifstaubs  gerichtet,  und  selbstverständlich ­
  wird  auf  Unfallverhütung,  z.  B.  durch  Abdeckung  gefährlicher ­
  Mechanismen  usw.  in  weitestem  Maße  Bedacht  genommen.
Die  Ar  beitszeit  ist,  den  Bedürfnissen  der  Großstadt  angepaßt,
für  die  Arbeiter  mit  Unständiger  Mittagspause  von  7—5V*  Uhr,
für  die  Beamten  mit  halbstündiger  Pause  von  8—4V2  Uhr.  Den
Arbeitern  stehen  Herde  zum  Abkochen,  bzw.  Wärmen  des  Mittagessens ­
  sowie  Speiseräume  zur  Verfügung,  den  Beamten  zu  mäßigen
Preisen  ein  warmes  Frühstück  in  den  Kasinoräumen.
SOZIALES.  Die  Fürsorge  der  Fabrikleitung  für  ihre  Arbeiter
und  Angestellten  kommt  außer  den  hygienischen  Maßnahmen

Zeichensaal  der  Lehrlingsschule. ­


Waschraum  für  die  Arbeiter
(Teilansicht).

ganz  besonders  in  folgenden  Einrichtungen  zum  Ausdruck.
Prämiierung  der  Arbeiter  für  wertvolle  Vorschläge,  zu  deren  Aufnahme  überall
in  der  Fabrik  Kästen  mit  Karten  angebracht  sind.  Allmonatlich  gelangen  etwa  200  Belohnungen ­
  zur  Auszahlung.
            
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