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Mech. Tricotweberei Mattes & Lulj A. G.
Besigheim.
I. LEISTUNGEN DES WOHLFAHRTSFONDS. Der Wohlfahrtsfonds der Firma ver
fügt gegenwärtig über ein Vermögen von iio ooo M., das sich zusammensetzt aus der Max-
Lutz-Stiftung im Betrage von 50 000 M. (errichtet vom Mitbegründer und Direktor der
Gesellschaft, Herrn Max Lutz sr.), sowie den seitherigen jährlichen Zuweisungen aus dem
Reingewinn der Firma im Gesamtbetrag von 60 000 M. Die Verwaltung liegt in den
Händen eines aus 10 Personen bestehenden Ausschusses, der je zur Hälfte von den Arbeitern
und vom Vorstand der Gesellschaft gewählt wird; den Vorsitz führt der Direktor der Firma.
Der Zinsertrag des Fondsvermögens findet folgende Verwendung:
1. zur Beschaffung von Schulbüchern und allen sonstigen Lehrmitteln für die Kinder
der Arbeiter und Arbeiterinnen;
2. zur Bestreitung der Kosten einer Ferienkolonie für erholungsbedürftige Kinder
der Arbeiter und der Arbeiterinnen. Dieser Kolonie werden alljährlich 30 Kinder
zugeteilt; sie ist in einem Luftkurort des Mainhardter Waldes eingerichtet und
zeitigt gute Erfolge, was besonders von den Eltern anerkannt wird;
3. zur Unterstützung der Witwen früherer Arbeiter, sowie von Arbeitern und Ar
beiterinnen, die sich in Notlage befinden;
4. zur Bezahlung der Mobiliar-Feuerversicherungs-Prämien für alle Arbeiter und
Arbeiterinnen, die einen eigenen Hausstand führen. Dieser Einrichtung hat es be
durft, um eine große Zahl unserer Arbeiter des Schutzes der Feuerversicherung über
haupt erst teilhaftig werden zu lassen;
5. zur Ermöglichung eines Erholungsurlaubs nach längerer Krankheit, wobei sämt
liche Kosten vom Wohlfahrtsfonds getragen werden.
II. LEISTUNGEN DER FIRMA AUS EIGENEN MITTELN: Seit Bestehen des Ge
setzes betr. Invaliditäts- und Altersversicherung, also seit dem Jahre 1882, werden die
vollen Beiträge zu dieser Versicherung von der Firma getragen; die auf die Arbeiter ent
fallende Hälfte wird also nicht eingezogen, was eine Jahresausgabe von rund 2300 M.
bedeutet.
Seit etwa 30 Jahren wird den Arbeitern und Arbeiterinnen, die wenigstens 2 Jahre
ununterbrochen bei der Firma beschäftigt sind, am Jahresschluß eine Prämie gewährt.
Diese Prämie beläuft sich auf einen Durchschnittswochenlohn, nebst einer Vergütung von
1 M. für jedes Dienstjahr; die Höchstprämie beträgt 20 M. und wird von einer großen Zahl
von Arbeitern und Arbeiterinnen erreicht. Im letzten Jahre wurden dafür rund 7500 M.
bezahlt.