Full text : Die freiwilligen sozialen Fürsorge- u. Wohlfahrtseinrichtungen in Gewerbe, Handel u. Industrie im Deutschen Reiche

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E.  Merck,  chemische  Fabrik,  Darmstadt.

Beim  Ableben  einer  Pensionsempfängerin  wird  deren  Angehörigen  oder  denjenigen
Personen,  die  das  Begräbnis  der  Verstorbenen  besorgen,  der  Betrag  einer  Monatspension
als  Sterbegeld  aus  der  Stiftung  gezahlt.
Ebenfalls  mit  einer  Stiftung  von  100  000  M.,  die  aus  gleichem  Anlaß  erfolgte,  begründete
Frau  Lina  Merck  geb.  Möller  die
BEAMTEN-PENSIONS-WITWEN-  UND  WAISENKASSE  der  Firma  Merck.  Durch
weitere  Schenkungen  der  einzelnen  Firmeninhaber,  sowie  durch  außerordentliche  jährliche
Zuwendungen  seitens  der  Firma  ist  das  Grundkapital  inzwischen  auf  550  000  M.  erhöht
worden.  Nach  dem  Inkrafttreten  der  staatlichen  Angestelltenversicherung  besteht  die  Kasse
als  sogenannte  Zulagekasse  weiter.

Kochküche  der  Arbeiterkantine.

Die  Beitragsleistungen  betragen  9  %  des  Gehaltes  der  Mitglieder,  wovon  diese  3  %  zu
zahlen  haben,  während  die  Firma  6  %  beisteuert.  Die  Pensionsberechtigung  beginnt  nach
5jähriger  Tätigkeit  bei  der  Firma  Merck;  die  Höhe  der  Pension  bewegt  sich  zwischen  25  %
und  50  %  des  Gehaltes.  Abgesehen  von  den  bereits  erworbenen  Rechten  der  Mitglieder
ergänzt  die  Kasse  deren  von  der  Reichsversicherung  zu  beanspruchende  Pension  bis  zu  50  %
des  Gehaltes.  Als  pensionsfähiges  Höchstgehalt  ist  ein  Jahresgehalt  von  4800  M.  festgesetzt.
Witwen  verstorbener  Kassenmitglieder  erhalten  40  %  derjenigen  Pension,  welche  das
Mitglied  bei  seinem  Tode  bezog,  bzw.  zu  beanspruchen  berechtigt  gewesen  wäre.  Außerdem
wird  für  2  Kinder  unter  17  Jahren  25  %,  zusammen  jedoch  nicht  mehr  als  50  %  des  Witwengeldes ­
  als  Erziehungsbeitrag  gezahlt.  Vollwaisen  wird  als  Erziehungsgeld  15  %  des  Ruhegehalts ­
  des  Vaters  gewährt.  Das  Vermögen  der  Kasse  beläuft  sich  zurzeit  auf  1366  000  M.
bei  einer  Mitgliederzahl  von  406.  Im  Jahre  1912  wurden  an  Pensionen  bezahlt  19  548,72  M.
MERCK-RIEGER-STIFTUNG.  Ein  Kapital  von  50  000  M.  stifteten  Medizinalrat  Dr.
E.  A.  Merck  und  Frau  Elisabeth  geb.  Rieger  am  x.  Januar  1912  mit  der  Bestimmung,  daß
            
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