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E. Merck, chemische Fabrik, Darmstadt.
fahren. Auch in diesem Falle kann das an die Familie gezahlte Krankengeld zuzüglich
des Zuschusses der Firma dem ganzen Lohne entsprechen.
Die in den Fabrikbetrieben beschäftigten Beamten werden auf Kosten der Firma außer
bei der Berufsgenossenschaft bei einer Privatgesellschaft gegen Unfall versichert.
Es wird ihnen dadurch eine Erhöhung der von der Berufsgenossenschaft zu beanspruchenden
Entschädigung und den Hinterbliebenen von verheirateten Beamten, deren Tod durch
Unfall erfolgt ist, eine Entschädigung in Höhe des 3 fachen Aktivgehaltes sichergestellt. —
Beamte, die im Dienste der Firma auf Reisen gehen, werden von ihr besonders versichert.
An Prämien für Unfall- und Reiseversicherung bei Privatgesellschaften zahlte die Firma
im Jahre 1912 16 891,40 M.
Beamtenkasino, dahinter Kantine.
ARBEITERWITWEN- UND ARBEITERINNEN-PENSIONSKASSE. Durch eine zum
Andenken an ihren verstorbenen Gatten, den Geh. Kommerzienrat Wilhelm Merck im
Jahre 1899 gemachte Schenkung von 100 000 M. legte Frau Lina Merck geb. Möller den
Grundstock zu einer Arbeiterwitwen- und Arbeiterinnen-Pensionskasse. Das Kapital wird
von der Firma Merck zu 5 % verzinst. Zur Verwaltung der Kasse ist ein besonderer Vorstand
berufen, zu dessen Mitgliedern 2 gewählte Arbeiter gehören. Bedingung für die Pensions
gewährung an Arbeiterwitwen ist, daß der Ehemann mindestens 20 Jahre, und zwar bis zu
seinem Tode resp. bis zu seiner letzten Krankheit oder bis zum Eintritt seiner dauernden
völligen Erwerbsunfähigkeit als Arbeiter bei der Firma Merck tätig war und daß die Ehe der
Witwe mit ihm wenigstens 10 Jahre lang bestand.
Arbeiterinnen kann aus der Stiftung eine Pension oder ein Zuschuß zu der von der
Firma etwa gezahlten Pension gewährt werden, wenn sie wenigstens 25 Jahre in den Diensten
der Firma gewesen sind. Der Vermögensstand der Kasse betrug am 31. Dezember 1912
253 070,25 M.