Full text : Die freiwilligen sozialen Fürsorge- u. Wohlfahrtseinrichtungen in Gewerbe, Handel u. Industrie im Deutschen Reiche

278*  Portland-Cement-Werke  Heidelberg  und  Mannheim,  A.-G.,  Heidelberg.

Arbeiterhäuser  in  Leimen.
schaulichen  die  Bauart  dieser  Häuser.  Die  jährliche  Miete  beträgt  für  jede  Wohnung
170—180  M.  und  wird  ebenfalls  bei  der  Lohnzahlung  erhoben.  Eigentümerin  ist  eine
Gesellschaft  mit  beschränkter  Haftung,  bestehend  aus  Mitgliedern  der  Direktion  und  des
Aufsichtsrates,  doch  geht  das  Eigentumsrecht  bis  1912  ganz  auf  die  Gesellschaft  über,
welche  jährlich  10%  der  Anteile  erwarb,  die  durch  Auslosung  bestimmt  wurden.
SCHWIMMBAD.  Das  warme  Wasser,  welches  unserer  Fabrik  als  Überschuß  bei  der
Kühlung  der  Zementklinker  verbleibt,  wird  im  Schwimmbad  verwendet,  in  dem  70  Arbeiter ­
  gleichzeitig  baden  können.
Dieses  neue  Hallenschwimmbad  ist  auf  der  Südseite  der  Fabrikanlagen  in  der  Nähe
des  an  der  Landstraße  Heidelberg—Karlsruhe  gelegenen  Verwaltungsgebäudes  errichtet,
wo  sich  die  Gartenanlagen  der  Beamten  und  Arbeiter  des  Werkes  befinden.  Das  Gebäude
erhebt  sich  über  einer  Grundfläche  von  etwa  600  qm.  Auf  dem  unteren  Boden,  sowie  auf
der  Galerie  sind  insgesamt  51  Auskleidezellen  angeordnet,  beiderseits  mit  Türen  versehen.
An  der  unteren  Wand  des  auf  der  Westseite  geschaffenen  Kuppelbaues  befinden  sich
12  Brausen  mit  Flußbecken.  Das  Schwimmbecken  von  8,0  m  Breite  und  16,0  m  Länge  besitzt ­
  an  seinem  abgegrenzten  Teil  für  Nichtschwimmer  eine  Wassertiefe  von  0,9  m  und
für  Schwimmer  2,6  m  Tiefe.  Der  Boden  des  Beckens  ist  mit  grünglasierten  Plättchen
belegt,  während  die  Seitenwände  mit  weißglasierten  Plättchen  bekleidet  sind.  In  dem
Dienstraum  des  Bademeisters  befindet  sich  ein  im  Boden  angeordneter  Wasserbehälter
für  die  Mischung  von  warmem  und  kaltem  Wasser.  Das  auf  eine  mittlere  Temperatur  von
rund  22 0  C  gebrachte  Wasser  fließt  durch  2  weite  Röhren  in  den  Schwimmbehälter  und
durch  Überläufe  in  dessen  Seitenwänden  ab.  Somit  findet  eine  stetige  Erneuerung  des  Badewassers ­
  statt.  In  einem  an  die  Haupthalle  angebauten  Nebenraum  sind  mehrere  Zellen
für  Wannenbäder  vorgesehen,  die  mit  Warm-  und  Kaltwasserbrausen  ausgerüstet  sind.
Die  Benutzung  der  Badeanlagen  ist  für  die  Beamten  und  Arbeiter  des  Werkes  sowie  deren
Angehörige  unentgeltlich.  Auch  der  Einwohnerschaft  des  Ortes  Leimen  ist  die  Benutzung
            
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