Full text : Die freiwilligen sozialen Fürsorge- u. Wohlfahrtseinrichtungen in Gewerbe, Handel u. Industrie im Deutschen Reiche

2j6*  Portland-Cement-Werke  Heidelberg  und  Mannheim,  A.-G.,  Heidelberg.

Laden  in  Weisenau.

SPEISEANSTALT  MIT  WIRTSCHAFTSRÄUMEN ­
  UND  SCHLAFSÄLEN  für  die
Arbeiter  gebaut,  die  1893  noch  erheblich
erweitert  wurden.  Gleichzeitig  erfolgte  der
Neubau  eines
ARBEITERWOHNHAUSES  auf  der  Aue,
dem  1897  ein  zweites  Arbeiterwohnhaus
in  Bodenheim,  1899  ein  drittes  zugesellt
wurde,  das  mit  einem  Kaufladen  zum
billigen  Bezug  der  notwendigsten  Lebensbedürfnisse ­
  ausgerüstet  wurde.  Der  Jahresumsatz ­
  dieses  Kaufladens  beträgt  etwa
60  000  M.  Die  fortdauernde  Arbeiternot
veranlaßte  gleichzeitig  den  Bau  eines  Arbeiterwohnhauses ­
  neben  der  Kantine  und
den  Umbau  der  sogenannten  Schuhfabrik  zu  Arbeiterwohnungen,  denen  im  Jahre  1900
zwei  weitere  Arbeiterhäuser,  ein  Arbeiterspeisesaal  in  der  Fabrik  sowie  die  Einrichtung
einer  Badeanstalt  mit  Brause-  und
Wannenbädern,  sowie  Reihenwaschtischen ­
  folgten.
Ein  Jahr  später  wurde  auch  für  den
Direktor  ein  neues  Wohnhaus  errichtet
und  1905  der  Gastwirtschaftsbetrieb  in
das  seitherige  Anwesen  des  Direktors  Merz
verlegt,  während  die  alten  Kantinenräume
zu  Schlafsälen  umgebaut  und  das  Arbeiterwohnhaus ­
  am  Leinpfad  erweitert  wurde.
Zurzeit  bestehen  in  Weisenau  12  Arbeiterwohnhäuser ­
  mit  42  Wohnungen  von
2  bis  4  Zimmern  mit  Zubehör,  ferner  in
den  naheliegenden  Ortschaften  Weisenau
und  Laubenheim  je  eine  Arbeiterkolonie
mit  zusammen  21  Wohnungen  zu  je  2  Arbeiter-Speisesaal  in  Weisenau,
und  3  Zimmern,  Küche  und  Zubehör.
Sämtliche  Wohnungen  sind  teils  unentgeltlich  (Dienstwohnungen),  teils  sind  sie  den
Inhabern  gegen  sehr  geringe  Mieten  überlassen,  die  noch  nicht  die  Zinsen  für  das  Anlagekapital ­
  decken.
Zu  den  meisten  Wohnungen  gehört
ein  kleines  Gärtchen  oder  ein  Stück
Ackerland,  sowie  zu  vielen  noch  ein
kleiner  Stall  für  Ziegenzucht  usw.  Auch
solchen  verheirateten  Arbeitern,  die  nicht
in  den  Arbeiterwohnhäusern  wohnen,
wird  auf  Wunsch  Acker-  und  Gartenland ­
  zur  Bebauung  unentgeltlich  überlassen. ­

Die  Stiftung  von  25  000  M.  durch
ein  Vorstandsmitglied  liefert  in  ihren
Zinsen  die  Mittel,  um  Angestellten  und
Arbeitern  des  Werkes  längeren
ERHOLUNGSURLAUB  zu  gewähren.

Waschraum  in  Weisenau.
            
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