300* „Sarotti“ Chokoladen- und Cacao-Industrie A.-G., Berlin-Tempelhof.
URLAUB. Die Firma „Sarotti“ A.-G. beschäftigt etwa 2400 Angestellte und Ar
beiter bzw. Arbeiterinnen, denen alljährlich eine Urlaubszeit (von einer Woche an
bis vier Wochen ansteigend) gewährt wird unter Fortbezug des Lohnes bzw.
Gehalts. Das Personal erhält ferner alljährlich Weihnachtsgratifikationen in
entsprechendem Umfange.
SPARKASSE. Um zum Sparen anzuregen, besteht in der Fabrik eine Sparkasse, deren
Gelder die Firma mit 5 % verzinst.
STIFTUNG FÜR WOHLFAHRTSZWECKE. Die im Jahre 1911 bzw. 1912 verstorbenen
Begründer der Firma, die Herren Hugo Hoffmann und Paul Tiede, stifteten je ein Kapital
von 50 000 M. (zusammen 100 000 M.) für Wohlfahrtszwecke, deren nähere Festlegung
vorbereitet wird.
Die Leistungen der Firma Sarotti A.-G. für die Wohlfahrt ihrer Angestellten und
Arbeiter im letzten Jahre an Gratifikationen, sowie an Lohn- und Gehaltsentschädigung
bei Ferien betrugen ungefähr 130000 M. oder pro Kopf des Gesamtpersonals mehr als
54 M.
Die Firma „Sarotti“ A.-G. hat sich seit 2 Jahren auch einer allgemeinen sozialen
Aufgabe gewidmet durch die Propaganda für gesetzliche Einführung einer sog. „Sommer
zeit“. Das Wesen dieser „Sommerzeit“ besteht darin, daß für die Sommermonate der
Arbeitstag der Menschen mehr dem „Sonnentage“ angepaßt wird, d. h. daß man im Sommer
früher aufstehen solle, um abends das Tagewerk zeitiger beendet zu haben und dann noch
täglich eine Stunde mehr Sonnenlicht zu genießen. Diese von dem englischen Architekten
Mr. Willet ausgehende Idee hat durch die Propaganda der Firma „Sarotti“ in Deutschland
viele Freunde gefunden; so liegen der Firma bis jetzt etwa 80 000 Zustimmungserklärungen
vor aus allen Gesellschaftsschichten, von Abgeordneten, Gelehrten, Beamten, Ärzten, Groß
industriellen, Künstlern, Schriftstellern, Gewerbetreibenden, Gehilfen und Arbeitern. Die
Sammlung von Zustimmungserklärungen für eine Petition an den Deutschen Reichstag
wird noch fortgesetzt.