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erörtert worden sind. Man dachte an einen Kanal von Bremen
nach Burg 1 ) und auch an eine weitere Verbindung nach unten. Man
hoffte 1820 den Bremen-Burger Kanal, der im Gebiet der Stadt
blieb und wenigstens die schlechte Stelle der langen Bucht ausschied,
auf Aktien bauen zu können. Beabsichtigt war 1820 neben dem
besseren Heraufkommen der Leichter, dafs Kuffen und Schmacken
von 60 bis 70 Last, mit denen man einen grofsen Teil des bremischen
europäischen Handels betreiben zu können glaubte, auf dem Kanal
bequem an die Stadt kommen sollten. Man zog dabei auch
hannoversche Pläne wegen eines Geeste—Hamme—Wümme—Kanals
und des Hamme—Schwinge—Oste —Kanals mit in Rücksicht 2 ). Auch
eine Verbindung am linken Ufer im Oldenburgischen nach Els
fleth—Brake wurde erörtert, war aber gegen den Widerstand des
Herzogs nicht auszuführen. Später traten die Pläne dann zurück 3 ).
Smidt erwarb Bremerhaven und brachte den alten Konkurrenzplatz
an der ünterweser bei Lehe, den man in älteren Zeiten gegen die
alte Tradition und Kapitalsmacht der Weserkaufmannschaft in Bremen
nicht hatte aufbringen können und wo neuerdings, nachdem Smidt
ihn bereits in Verhandlungen mit Oldenburg ausgespielt hatte, seit 1816
einige hannoversche Anlagen bestanden 4 ), zum Prosperieren, was ihm
’) bzw. Lesumbrock.
2 ) 1817 ff. befürchtete man Kanäle an Brennen vorbei, s. dazu H. Ehmck,
Festungen und Häfen an der unteren Weser im Brem. Jahrbuch, I. Bd., 8. 66;
J. H. W. Smidt, Ober die Anlage von Bremerhaven, im Bremischen Magazin,
hrsg. von F. Donandt u. mehr. 1830—34, S. 396; Br. St.-A.
3 ) Vgl. a. W. v Bippen, Die Gründung Bremerhavens, in Johann
Smidt, ein Gedenkbuch, 1873, S. 193, 224 (Eine Denkschrift von Bavenstedt zog
den Kanal Bremen—Lesum Bremerhaven vor, zwei andere von Bote und
ßodevvald glaubten beides leisten zu können). Zur Verbesserung der Leichter
schiffahrt wu'de mit den Erörterungen dieser Kanalpläne die Pferdezugsanstalt
am linken Weserufer von Bremen bis Vegesack eingerichtet. — Vgl. Auszug
aus dem ersten Bericht wegen Anlegung eines Kanals zur Verbindung der
Weser mit der Lesum, Bremen, 1820; Br. Staatsarch ; Arch. d Hdlsk. in Bremen
(Coli Sen); J. H W. Smidt, Über die Anlage von Bremerhaven, Brem.
Magazin, 1830—34 S. 378. 410; Der Bürger-Freund, IV. Jahrg.. 1819, N r . g,
S. 4; Carsten Miesegaes, Chronik d. fr. Hansestadt Bremen. 111. Teil,
Bremen 1833, S. 412, 413; C A. Heineken, Gesch. d. fr Hansestadt Bremen
(Orig. M, Stb), 1812, S. 3ö4 ; Anlage zu den gedruckten Bürger-Konvents
verhandlungen vom Jahre 1827: Berichte und Gutachten über die Verbesserung
des Fahrwassers in der ünterweser innerhalb des Bremischen Gebiets, Bremen
im Monate Dezember 1826; H. Kelter; Weser und Ems, 1901, III. Bd., S 443.
4 ) W. v. Bippen, Die Gründung Bremerhavens, in Johann Smidt, ein
Gedenkbuch zur Säcularfeier seines Geburtstages, Nov. 1873, Bremen 1873,
S. 194 ff.; R. Ehmck, Festungen und Häfen an der unteren Weser, im