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Zündwarenfabrik Starcke & Co., Melle.
Fabrikation von Sicherheits-Zündhölzern und im Neben
betrieb von giftfreien, überall entzündbaren Zündhölzern.
Die Zündholzfabrik unter der Firma „Zündwarenfabrik Starcke & Co.“ wurde im Jahre
1893 von dem Ingenieur Ernst Starcke und dessen Bruder, dem Kaufmann Carl Starcke,
gegründet und hat sich zu einem nicht unbedeutenden industriellen Werke, mit zeitweise
180—200 Angestellten und Arbeitern, entwickelt, in dem bis zum Jahre 1909 täglich 30
bis 35 Kisten ä 1000 Pack ä 10 Schachteln ä 60 Stück, also ca. 20 Millionen Sicherheits-
Zündhölzer hergestellt wurden.
Neben diesem Betriebe, dessen Erzeugung durch das Personal des Mitinhabers Carl
Starcke, bzw. dessen Separatfirma ,,Rud. Starcke“ vertrieben wird, fabriziert letztgenannte
Firma noch Lederkonservierungsmittel, Schuhcreme und Putzmittel verschiedener Art,
sowie auch Schmirgelleinen und Glaspapier.
UNTERSTÜTZUNGSKASSE. Von beiden Firmen sind ansehnliche Geldbeträge für die
Betriebskrankenkassen gestiftet. Eine Unterstützungskasse für Frauen besteht seit vielen
Jahren, aus der alljährlich von der Firma Weihnachtsgaben, erhöhte Kranken- und Wochen
unterstützungen gespendet werden.
ALTERSPENSION. Den Beamten beider Firmen ist seit längeren Jahren auf Kosten
der Firma eine Alterspension bei einer erstklassigen Versicherungsgesellschaft gesichert.
Besondere Fonds für die Unterstützungskasse und für die Alterspension bestehen nicht,
für beide sind die Jahresleistungen aus dem Geschäftsertrage freiwillig, als verpflichtend,
übernommen. Der Unterstützungskasse, die seit etwa 15 Jahren besteht, sind jährlich
ca. 500 M. zugeflossen und für die Alterspension der Angestellten sind seit etwa 8 Jahren
jährlich 2500—3000 M. der Geschäftskasse gezahlt.
JUGENDPFLEGE. Schließlich hat der Chef der Firma kürzlich als Jubiläumsgabe
4000 M. für Jugendpflege gestiftet.
Der Arbeiterschaft steht tagsüber stets guter, warmer Kaffee unter Selbstkosten,
das Liter zu 1 Pfennig, in der Fabrik zur Verfügung, und in gleicher Weise wird für gute
Lektüre vom Verein zur Verbreitung guter volkstümlicher Schriften und vom Christlichen
Zeitschriften-Verein gesorgt.
Das Verhältnis zwischen Arbeitern und Arbeitgebern war stets ein gutes.