Full text: Die freiwilligen sozialen Fürsorge- u. Wohlfahrtseinrichtungen in Gewerbe, Handel u. Industrie im Deutschen Reiche

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Margarete Steiff, G. m. b. H., 
Giengen-Brenz. 
Die Firma, erste Fabrik weichgestopfter Spielwaren Giengen - Brenz existiert nun 
bereits seit 30 Jahren, gegründet von Fräulein Margarete Steiff anno 1878, welche die Fabri 
kation von Stofftieren anfänglich in ganz bescheidenem Umfang betrieb; das Unternehmen 
entwickelte sich unter ihrer umsichtigen Leitung und der Hilfe ihrer tatkräftigen Neffen, 
der Gebrüder Steiff, zu einer Weltfirma, die ihre weichgestopften Spieltiere mit der Marke 
„Knopf im Ohr“, Karikatur- und Charakterpuppen, ihre bekannten Drachenflieger „Rolo- 
plan Steiff“ usw. nach allen Weltteilen versendet. 
Wenn auch das Wachstum der Firma in rapidem Maße vor sich ging, wurden trotzdem die 
Wohlfahrtseinrichtungen für ihre ca. 2000 Arbeiter und Angestellten nicht aus dem Auge 
gelassen. 
Schon die Konstruktion der ganzen Fabrikgebäude, die nunmehr 18 000 Quadrat 
meter Fabrikräume umfassen, zeigt das Bestreben der Unternehmer, für das 
WOHL UND DIE GESUNDHEIT IHRES PERSONALS bedacht zu sein. Da ist alles 
außer den Doppeldächern aus Glas gebaut, ein anfänglich von außen gesehen fremdartiger 
Anblick, jedoch die Räume von innen betrachtet lassen uns sofort den Vorzug dieser Bau 
weise erkennen. Hier gibt es keine düsteren Arbeitsstätten, alles reinlich, hell und luftig. 
Eine große Doppelreihe von Lüftungsflügeln sorgt für Erneuerung der verbrauchten 
Luft in ausgiebigster Weise. Die doppelte Verglasung der Seitenwände schützt vortrefflich 
gegen Eindringen der Hitze im Sommer wie Kälte im Winter. Eine weitverzweigte Dampf 
heizungsanlage führt allen Räumen in kühlen und kalten Tagen die angenehme Er 
wärmung zu. 
Auch die elektrische Beleuchtung mit reichlich hellen Bogenlampen ist für das Augen 
licht der Arbeitenden zuträglicher als einzelne Glühlampen-Beleuchtung. 
In Arbeitsräumen, in denen eine gewisse Staubentwicklung nicht zu vermeiden ist, 
sorgt eine Luft - Ozonisieranlage für gesunde Frischluft. 
Die Arbeitszeiten sind: früher Anfang bei ziemlich frühem Schluß. An Samstagen 
schließt der Betrieb um 3% Uhr nachmittags. 
ARBEITERINNENHEIM. Für auswärtige Arbeiterinnen steht ein Arbeiterinnenheim 
zur Verfügung, woselbst einfacher, gut zubereiteter Mittagstisch gegen mäßiges Entgeld 
verabreicht wird. 
GARTENBEETE, ARBEITER- UND BEAMTENWOHNUNGEN. Den bei der Firma 
tätigen Meistern und Angestellten stehen Gartenbeete kostenlos zur Bebauung und Benützung 
zur Verfügung. Auch ist es das Bestreben der Firma, ihren Arbeitern und Angestellten nach 
Möglichkeit gute Wohnungen bei mäßigen Mietpreisen zu verschaffen. So hat sie bereits 
20 Arbeiter- und Beamtenwohnungen in 11 Häusern vermietet. 
Die Baulust der Arbeiter und Angestellten wird seitens der Firma dadurch unterstützt, 
daß solche den Bauenden eine im Verhältnis zu ihrem Gehalte stehende Beigabe zuschießt. 
PENSIONSKASSE, URLAUB, WEIHNACHTSGRATIFIKATION. Für die Gründung 
einer Pensionskasse werden schon seit Jahren namhafte Beiträge zurückgestellt. Jähr 
licher Urlaub wird sämtlichen Angestellten und Meistern gewährt. Weihnachtsgratifikation 
erhalten sämtliche Arbeiter und Angestellten. 
Die Beiträge zur Kranken- und Invalidenversicherung werden für die Ange 
stellten und Meister in ihrem ganzen Umfange von der Firma bestritten.
	        
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