Full text : Die freiwilligen sozialen Fürsorge- u. Wohlfahrtseinrichtungen in Gewerbe, Handel u. Industrie im Deutschen Reiche

Warenhaus  Hermann  Tietz,  Berlin.

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Vorsorge  getroffen.  Für  Unfälle  ist  eine  besondere  mit  allem  Erforderlichen  versehene  Unfallstation ­
  vorhanden,  die  in  Abbildung  4  wiedergegeben  ist.  Selbstverständlich  ist  auch  in
der  Krankenpflege  ausgebildetes  Personal  stets  zur  Stelle.  In
KRANKHEITSFÄLLEN  tritt  die  Betriebskrankenkasse  der  Firma  Hermann  Tietz
helfend  ein.  Da  sämtliche  persönlichen  Verwaltungskosten  dieser  Kasse  von  der  Firma
getragen  werden,  ist  die  Kasse  in  den  Stand  gesetzt,  bei  verhältnismäßig  niedrigen  Beitragsleistungen ­
  verhältnismäßig  hohe  und  weitgehende  Unterstützungen  zu  leisten.  Um  den  Angestellten ­
  das  Inanspruchnehmen  der  Kassenärzte  zu  erleichtern  und  ihnen  den  oft  recht
weiten  Weg  zum  Arzte  zu  ersparen,  hält  ein  Arzt  täglich  zweimal  im  Hause  Sprechstunde
in  einem  besonders  dafür  bestimmten  Raume  ab.
Hat  es  sich  die  Firma  hiernach  angelegen  sein  lassen,  für  die  körperliche  Gesundheit
ihrer  Angestellten  in  der  denkbar  besten  Weise  zu  sorgen,  so  hat  sie  weiter  auch  für  die
geistige  Ausbildung  der  Angestellten  Maßnahmen  getroffen.  Es  versteht  sich  von  selbst,
daß  ein  gedeihliches  Zusammenarbeiten  in  einem  großen  Warenhausbetriebe  die  genaue

Unfallstation.
Kenntnis  desselben  seitens  jedes  Angestellten  erfordert.  Den  Angestellten  wird  deshalb
wöchentlich  einmal  von  dem  betreffenden  Abteilungsleiter  oder  dessen  Vertreter  die  erforderliche ­
  Instruktion  erteilt.  Daneben  ist  aber  die  Firma  Hermann  Tietz  die  erste  gewesen,  die
den  Gedanken,  was  den  männlichen  Lehrlingen  recht,  auch  den  weiblichen  Lehrlingen  billig
sei,  in  die  Tat  umsetzte.  Sie  hat  nämlich  schon  im  Jahre  1907  für  die  Kassen-  und
Lehrmädchen  ihrer  Häuser  eine
EIGENE  FORTBILDUNGSSCHULE  eingerichtet  und  aus  eigenen  Mitteln  unterhalten.
In  der  Schule  werden  die  Mädchen  in  Deutsch,  kaufmännischem  Rechnen,  Waren-  und  Berufskunde, ­
  sowie  Schönschreiben  unterrichtet.  Der  Unterricht  wird  in  enger  Verbindung
mit  der  praktischen  Unterweisung  am  Lager  erteilt,  die  infolge  des  großen  Anschauungsmaterials ­
  nicht  zum  wenigsten  geeignet  ist,  tüchtige  Verkäuferinnen  heranzubilden.  Der
Unterricht  wird  von  städtischen  Lehrern  erteilt.  In  den  fünf  Jahren  ihres  Bestehens  hat
die  Firma  über  500  Schülerinnen  ausgebildet.  Nachdem  die  Fortbildungsschule  auch  für
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