Full text : Die freiwilligen sozialen Fürsorge- u. Wohlfahrtseinrichtungen in Gewerbe, Handel u. Industrie im Deutschen Reiche

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Vereinigte  Gummiwaaren-Fabriken
Harburg-Wien
vormals  Menier-I.  N.  Reithoffer.
Harburg  a.  Elbe.  Hannover-Linden.  Wien-Wimpassing.
(Über  4000  Arbeiter.)
Die  sozialpolitischen  und  freiwilligen  Lasten  betragen  für  das  Jahr  1912  265758,36  M.,
gleich  ca.  4  %  %  auf  das  Aktienkapital  von  6  000  000  M.  bzw.  74  %  der  in  den  letzten
3  Jahren  verteilten  Durchschnittsdividende.  An  Wohlfahrtseinrichtungen  sind  zu  nennen:
1.  DIE  PENSIONS-,  WITWEN-  UND  WAISENKASSE  DER  BEAMTEN  UND  MEISTER.
Diese  Pensionskasse  besteht  bereits  16  Jahre,  wird  vollständig  getrennt  als  selbständige
Kasse  verwaltet  und  erhält  von  der  Firma  statutarisch  festgesetzte  jährliche  Zuschüsse,
welche  im  Jahre  1912  rund  42  000  M.  betrugen.
Bei  einem  Mitgliederbestand  von  233  Personen  hat  die  Kasse  heute  ein  in  mündelsicheren ­
  Werten  angelegtes  Vermögen  von  1  512  075,09  M.  und  zahlte  im  Jahre  1912:
24  766,34  M.  an  24  Pensionäre,
18  934,44  „  „  34  Witwen,
1  206,77  n  n  2 7  Kinder.
2.  DIE  KRANKENKASSE  DER  BEAMTEN  UND  MEISTER.  Diese  Krankenkasse
besteht  10  Jahre  und  ihr  gehören  276  Mitglieder  an,  denen  neben  freier  ärztlicher  Hilfe,
Arzneien  und  Verpflegung,  soweit  sie  ein  Einkommen  unter  2000  M.  beziehen,  noch  ein
Krankengeld  von  1,50  M.  pro  Tag  gewährt  wird  außer  dem  regulären  Gehalte.  Die  jährlichen ­
  Aufwendungen  dieser  Kasse  beziffern  sich  auf  über  20  000  M.  Es  besteht  freie
Arztwahl,  und  die  Firma  leistet  alljährlich  einen  Zuschuß  von  rund  7500  M.
3.  UNTERSTÜTZUNGSFONDS.  Die  Firma  hat  einen  Unterstützungsfonds  in  Höhe
von  400  000  M.  geschaffen,  aus  dessen  Zinsen  alte,  arbeitsunfähig  gewordene  Angestellte
und  Arbeiter  je  nach  Bedürftigkeit  einen  Zuschuß  zur  Altersrente  bzw.  einmalige  Unterstützungen ­
  erhalten.  Im  Jahre  1912  erhielten  84  Personen  fortlaufende  Unterstützungen
und  5  Personen  einmalige  Beihilfen.
4.  BEAMTEN-  UND  ARBEITERHÄUSER.  In  ihrem  österreichischen  Werke  hat  die
Firma  eigene  Arbeiterwohnungen  und  Beamtenhäuser  ins  Leben  gerufen,  woselbst  die
Angestellten  zu  sehr  vorteilhaften  Bedingungen  Wohnung  finden.
5.  CARL-MARET-STIFTUNG.  Die  Zinsen  dieser  Stiftung  kommen  ausschließlich
hilfsbedürftigen  Arbeitern  zugute.  Die  Stiftung  beträgt  30  000  M.
6.  KANTINEN.  Während  der  Arbeitspausen  sind  alkoholfreie  Getränke,  daneben
auch  in  beschränktem  Maße  Bier,  an  den  Kantinen  zu  äußerst  billigen  Preisen  erhältlich,
ebenso  ein  kräftiges  Mittagessen.  Letzteres  wird  mit  30  Pf.  berechnet,  während  beispielsweise ­
  1  Liter  Tee  oder  Kaffee  für  2  Pf.  erhältlich  ist.  Die  Preise  der  Kantine  sind  im
übrigen  derart  niedrig  bemessen,  daß  längst  nicht  die  Verwaltungskosten  gedeckt  werden.
Ebenso  übernimmt  die  Firma  für  ihre  Arbeiter  den  gemeinsamen  Kohleneinkauf  zu
entsprechend  billigen  Preisen.
            
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