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Villeroy & Boch, Mettlach.
Die Firma Villeroy & Boch wurde am i. Januar 1841 von den Mitgliedern der beiden
befreundeten und später verschwägerten Familien Villeroy und Boch als offene Handels
gesellschaft mit dem Sitz in Mettlach errichtet, zum Zwecke gemeinschaftlichen Betreibens
der ihnen gehörigen folgenden Steingutfabriken:
1. in Septfontaines (Luxemburg) gegründet 1767 durch Pierre Josef Boch;
2. in Wallerfangen gegründet 1789 durch Nikolas Villeroy;
3. in Mettlach gegründet 1809 durch Jean Francois Boch.
Außer diesen drei Fabriken besitzt die Firma gegenwärtig folgende teils neu er
bauten, teils käuflich erworbenen Fabriken:
4. in Dresden, eine Steingutfabrik, erbaut 1853;
5. in Mettlach, eine Mosaikfabrik, erbaut 1869;
6. in Merzig, eine Terrakottafabrik, gegründet 1856 von Feilenberg & Co., über
nommen 1879;
7. in Wadgassen, eine Glashütte, gegründet 1841 von Villeroy, Boch, Karcher & Co.,
übernommen 1883;
8. in Dänischburg bei Lübeck, eine Wandplattenfabrik, erbaut 1906.
Ferner hat die Firma in folgenden Städten eigene Fabriklager und Verkaufsstellen
errichtet: Köln, Berlin, Obertürkheim, Hannover, Breslau, Leipzig, Hamburg, Dresden,
Nürnberg, Mainz, München, Frankfurt, Wien, Paris, London, New-York und Mailand.
Zur besseren Beurteilung des Umfanges der nachbeschriebenen Einrichtungen folgt
hier zunächst ein statistischer Überblick über die gegenwärtigen Arbeiterverhältnisse selbst:
Am 1. Januar 1912 waren beschäftigt:
Männer
Frauen
Beamte
und Aufseher
Zusammen
Mettlach (Steingutfabrik)
730
206
68
IOO4
Wallerfangen
614
369
36
1019
Dresden
1067
585
128
1780
Septfontaines
245
60
12
317
Mettlach (Mosaikfabrik)
886
401
59
1346
Merzig
758
2
39
799
Wadgassen
331
140
19
490
Dänischburg
205
169
27
401
Zusammen
4836
1932
388
7161
Auf den Fabriklagern sind 1076 Beamte und Arbeiter beschäftigt, so daß das Personal
der Firma 8237 beträgt.
Von den in den Fabriken beschäftigten Arbeitern dürften noch folgende Angaben von
Interesse sein: