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Weise & Monski, Halle a. S.
Spezialfabrik für Pumpen,
mit Filialen im In- und Auslande
In den Betrieben der Firma hat sich der größere Teil der Arbeiter zu einem auf
wirtschaftsfriedlicher Grundlage aufgebauten Werkverein zusammengeschlossen, und um
dessen Bestrebungen zu fördern, hat die Firma den größeren Teil ihrer Wohlfahrtsein
richtungen gerade diesem Werkverein zugewandt.
WERKVEREIN. Derselbe gründete sich am 14. Februar 1911 mit 59 ordentlichen
und 4 außerordentlichen Mitgliedern und zählte bereits Ende 1912 gegen 500 ordentliche
und 115 außerordentliche Mitglieder.
Seiner Tätigkeit liegt der leitende Gedanke zugrunde, die eingehenden Mitgliederbeiträge
nicht für politische Hetzereien und Besoldung von Agitatoren zu verwenden, sondern Hilfs
kassen ins Leben zu rufen, die den Mitgliedern in Notfällen die notwendige Unterstützung
verschaffen, Fortbildung und Geselligkeit zu pflegen. Sämtliche Ämter werden von den
Mitgliedern als Ehrenämter ohne Entgelt verwaltet.
HILFSKASSE. Welche Erfolge durch diese Art der Selbsthilfe erreicht werden können,
beweisen die Unterstützungen, die durch die Hilfskasse gezahlt werden konnten.
Der Jahresbericht des Werkvereins nennt die folgenden Zahlen, die für die Zeit bis
31. Dezember 1912 gelten:
7 440,— M.
1 140,— „
1 520,— „
Krankenunterstützung
Wöchnerinnenbeihilfe
Konfirmandenbeihilfe
Sterbegeldbeihilfe . .
O- 6 «) ))
182,25 >,
insgesamt: 10 282,25 M.
Diese für eine so junge Kasse beträchtlichen Leistungen wurden ihr dadurch ermög
licht, daß die Firma einen Reservefonds von 3000 M. sofort bei Gründung zur Verfügung
stellte, dem dann am ersten Stiftungsfeste eine weitere Festgabe von 5000 M. folgte, nach
dem schon vorher zur Auffüllung der Kassen ein Betrag von 983,10 M. zur Verfügung
gestellt worden war.
SPARKASSE. Eine ganz besonders günstige Entwicklung hat der wichtigste Zweig
der Vereinstätigkeit, die Sparkasse, genommen. Da von den Wochenbeiträgen von 50 Pf.
der Betrag von 20 Pf. in die Sparkasse fließt, nimmt jedes Mitglied des Werkvereins an der
Spareinrichtung teil, und es sind so viel Sparer vorhanden, als der Verein Mitglieder zählt.
Diese haben nun außer ihren erwähnten regelmäßigen Beiträgen noch ganz erhebliche
Einzahlungen auf ihre Sparkarten (die statt der Sparbücher eingeführt sind) geleistet, so
daß sich am Ende des Jahres 1912 ein Sparkassenbestand von 18 028,39 M. ergab.
Die Firma hat, um die Sparfreudigkeit noch zu erhöhen, im Jahre 1912 den Zinssatz
von 5 auf 6 % erhöht. Für die Sparer mit mindestens 20 M. Spareinlage wurden jedes Jahr
500 M. in einzelnen Prämien verlost.
KINDERSPARKASSE. Anläßlich des Sommerfestes erfreute Herr Weise sen., der
Seniorchef der Firma, den Verein dadurch, daß er die Anregung zur Schaffung einer Kinder
sparkasse gab. Es wurde jedem Kinde eine Sparkarte ausgestellt und darauf für jedes
Jahr der Vereinszugehörigkeit des Vaters 3 M. auf die Sparkarten eingetragen. Der hier
durch ausgezahlte Betrag erreichte fast die Summe von 3000 M. Die Mitglieder brachten
auch dieser Einrichtung das größte Interesse entgegen, so daß das Sparguthaben der Kinder
sich am Ende des Jahres 1912 auf 3859,10 M. belief. Auch diese Beträge werden mit 6%
verzinst und sind bis zum 18. Lebensjahre des Kindes festgelegt.