Wilhelma, Allgemeine Versicherungs-Aktiengesellschaft in Magdeburg.
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August Kalkow — 25. April 1904 — und bei dessen 25 jäh
rigem Jubiläum als Mitglied des Verwaltungsrates der
Magdeburger Hagelversicherungs-Gesellschaft — 14. Juni
I 9°5 •— sowie durch eine Spende der Kinder und Enkel
des am 16. September 1906 verstorbenen Stadtrats Kalkow
in Höhe von 10000 M. erreichte der Fonds einschließlich
seiner Zinsen den Betrag von rund 220000 M. Hiervon
wurden rund 154 000 M., der Bestimmung des Jubilars
entsprechend, zur Errichtung eines
BEAMTEN-ERHOLUNGSHAUSES IN HARZBURG
verwendet. Es sollte dadurch den Beamten die Möglich
keit geboten werden, den ihnen von der Gesellschaft ge
währten Urlaub ohne erhebliche Kosten in guter Luft
und schöner Natur zu verleben. Das Heim, nach den
Ideen des verstorbenen Generaldirektors Dr. Hahn durch
den Erbauer der Geschäftshäuser der Wilhelma in Magde
burg und Berlin, Professor Solf in Berlin, an bevorzugter
Stelle auf dem Eichenberge in Harzburg errichtet, wurde
im Juli 1905 in Benutzung genommen. Die Verwaltung
und Bewirtschaftung geschieht für Rechnung der beiden
Gesellschaften. Das „Kalkowheim“ enthält außer dem gemeinschaftlichen Speisesaal, Herren-
und Damenzimmer, 20 Logierzimmer und kann gleichzeitig 39 Personen aufnehmen. Zur
Aufnahme berechtigt sind nur gesunde Beamte beider Gesellschaften während ihres Urlaubs
mit ihrer Frau und ihren schulpflichtigen Kindern. Die Aufnahme der Gäste und die Verteilung
der Zimmer besorgt ein aus 7 Beamten bestehender Ausschuß, von denen 5 von den Be
amten selbst gewählt und 2 Beamte je für ein Kalenderjahr vom Generaldirektor der Wil
helma ernannt werden. Für Wohnung, Bedienung einschließlich Kleiderreinigung, Be
leuchtung und ev. Heizung ist keinerlei Vergütung von den Gästen zu leisten. Dagegen
ist zu den Kosten der Verpflegung, bestehend aus Frühstück, Mittagessen, Nachmittags
kaffee und Abendessen von jedem Erwachsenen ein Beitrag von täglich 1,30 M. und von
jedem Kinde unter 14 Jahren ein Beitrag von täglich 0,65 M. zu leisten. Die Aufnahme
in das Heim, das regelmäßig in den Monaten Juni, Juli, August und September geöffnet
ist, ist sehr gesucht, und während der Schulferien (Monat Juli) kann naturgemäß nicht allen
Gesuchen entsprochen werden. In diesem Falle haben diejenigen Beamten, die noch nicht
Gäste des Heims gewesen sind, den Vorzug vor solchen, die bereits dort waren.
Untere Halle des „Kalkowheims“.