Contents : Merck's Warenlexikon für Handel, Industrie und Gewerbe

Sennesblätter

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Seronen

Boden  wachsen  und  in  Ostindien  angebaut  werden. ­
  Während  früher  mehrere  Sorten  im  Handel
zu  verzeichnen  waren,  gibt  das  Deutsche
Arzneibuch  jetzt  nur  noch  die  Blätter  von
Cassia  angustifolia  Vahl  als  offizineil  an,
die  im  Drogenhandel  als  ostindische  oder
Tinnevelly-S.  bezeichnet  werden.  Ihre  Heimat
ist  die  Küste  des  Roten  Meeres,  doch  werden
sie  vielfach  in  Ostindien,  namentlich  im  Distrikt
Tinnevelly  |ier  Präsidentschaft  Madras  angebaut.
Die  in  gepreßten  Ballen  über  England  und  Hamburg ­
  eingeführten  Tinnevelly-Sennesblätter  sind
schmal  lanzettlich,  4—6  cm  lang,  1—2  cm  breit,
hellgrün  bis  bräunlichgrün,  fast  ohne  Bruch  und
frei  von  Stengelresten.  Der  Geschmack  ist  schleimig. ­
  —  Die  andere  im  Handel  noch  vorkommende ­
  Sorte,  die  sog.  Alexandriner,  stammt
aus  den  Wüsten  Oberägyptens,  wo  sie  von  Arabern ­
  gesammelt,  von  Händlern  aufgekauft  und
nach  Kairo  oder  Alexandrien  gebracht  wird.
Gewöhnlich  ist  die  Ware  mit  Zweigen,  Stielen,
Bruch  und  Sand  so  gemengt,  daß  beim  Reinigen
über  die  Hälfte  Abgang  entsteht.  Das  Reinigen
durch  Auslesen,  wiederholtes  Aussieben  und
Schwingen  wird  entweder  schon  in  Triest  oder
erst  von  den  großen  inländischen  Drogenhäusern
  vorgenommen.  Man  scheidet  dabei,  noch
eine  geringere  Sorte  als  kleine  Senna  (lat.Folia
sennae  parvae)  ab,  indem  man  von  dem  gröblich
Abgesiebten  wieder  den  Staub  absiebt.  Möglichst ­
  frische  Ware,  bei  der  die  Blätter  noch
zäh,  grünlich  und  frei  von  Flecken  und  Bruch
sind,  wird  am  meisten  gesucht.  Der  Geschmack
der  Alexandriner  S.  ist  weniger  schleimig  als
derjenige  der  Tinnevelly.  —•  Die  S.  riechen
eigentümlich  aromatisch  und  schmecken  schleimig ­
  und  bitter.  Sie  enthalten  als  wirksame  Bestandteile: ­
  Emodin,  Chrysophansäure,  Sennapikrin
  und  Kathartomannit,  außerdem
aber  noch  andere  Stoffe  von  harziger  Natur,  die
ungünstig  wirken  und  Leibschneiden  verursachen.
Da  diese  mit  heißem  Wasser  in  Lösung  gehen,
empfiehlt  es  sich,  keine  Abkochungen,  sondern
nur  Auszüge  mit  kaltem  oder  höchstens  warmem
Wasser  zu  verwenden.  Aus  dem  gleichen  Grunde
schreiben  mehrere  Arzneiverordnungen  entharzte ­
  Blätter  vor  (lat.  Folia  sennae  sine  resina
seu  deresinata),  d.  b.  solche,  aus  denen  jene
nachteiligen  Bestandteile  durch  Extrahieren  mit
Weingeist  entfernt  worden  sind.  —  Die  der
Alexandrinerware  gewöhnlich  beigemengten  fremden ­
  Blätter,  die  sog.  Arghelblätter,  von  Cynanchum
  Arghel,  einer  in  Ägypten  heimischen ­
  Asklepiazee,  müssen  ausgelesen  werden.
Sie  sind  leicht  zu  erkennen,  da  sie  dick,  lederartig.und ­
  runzelig  sind  und  sich  infolge  beiderseitiger ­
  starker  Behaarung  rauh  anfühlen,  ihre
Farbe  ist  gelblichgrau  oder  graugrün.  —  Unter
dem  Namen  Muttersennesblätter  (Sennesbälge,
  Sennesschoten,  lat.  Folliculi  sennae,
frz.  Fruits  de  gönö,  engl.  Senna  capsules)  kommen
die  Früchte  von  Cassia  obovata  Colladon
in  Form  flachgedrückter  Kapseln  von  braungrüner ­
  Farbe  und  lederartigem  Äußeren  in  den
Handel.  Sie  werden  in  manchen  Gegenden  den
Sennesblättern  vorgezogen,  weil  ihre  Wirkung
eine  gelindere  ist  und  die  vorher  geschilderten
Beschwerden  nicht  hervortreten.  —  Die  Sennesblätter ­
  werden  im  Aufguß  oder  in  Form  von

Pulver,  Latwerge  oder  Extrakt  als  mildes  Abführmittel ­
  benutzt.
Sepia  nennt  man  zwei  verschiedene  Handelswaren, ­
  die  beide  von  Seetieren  der  zu  den
Zephalopoden  (Kopffüßlern)  gehörenden
Gattung  Sepia  gewonnen  werden.  Ihr  wichtigster ­
  Vertreter,  der  Tintenfisch  oder  Blackfisch ­
  (S.  officinalis),  der  im  Mittelmeer,  vorzugsweise ­
  im  Adriatischen  Meere,  zerstreuter  auch
in  den  übrigen  europäischen  Meeren  lebt,  hat
einen  bis  zu  50  cm  langen,  sackförmigen  Körper,
der  zehn  mit  Saugnäpfen  besetzte  Fangarme
trägt.  Zur  Stütze  des  weichen  Körpers  liegt  an
der  Rückenseite,  innerhalb  der  sackförmigen
Hülle,  eine  Art  länglicher  Knochenplatte,  die
gleich  den  Muschelschalen  in  der  Hauptsache
aus  kohlensaurem  Kalk  besteht.  Der  etwas  gewölbte ­
  Rückenschild  (Schulp)  von  11—23  cm
Länge  und  7—9  cm  Breite  läuft  nach  beiden
Seiten  schmäler  zu  und  wird  von  der  Mitte  aus
nach  den  scharfen  Rändern  zu  immer  dünner.
Die  Oberseite  besteht  aus  einer  sehr  dünnen,
harten  und  knochenähnlichen  Schicht  von  gelblichweißer ­
  Farbe,  die  darunterliegende  dickere
Masse  ist  rein  weiß,  lockerzeilig,  blättrig  und
zerreiblich.  Nach  dem  Absterben  der  Tiere  bleiben ­
  die  sehr  leichten  porösen'Stücke  auf  der  See
schwimmen.  Sie  bilden  die  als  Sepiaknochen
oder  weißes  Fischbein  (lat.  Os  oder  Tegmen
Sepiae,  frz.  Os  de  seiche,  engl.  Cuttle  fish  bone)
bezeichnete  Handelsware,  die  zu  feinen  Gießformen ­
  für  Goldarbeiter,  als  scharfes  Pulver  zum
Schleifen  und  Polieren  feiner  Hölzer  sowie  als
Zahnpulver  Verwendung  findet.  —  Die  andere
als  Sepia  bezeichnete  Ware  ist  der  aus  dem
gefangenen  Tiere  sogleich  herausgeschnittene  und
rasch  getrocknete  Tintenbeutel  oder  die  aus
ihm  herausgenommene  bröcklige  Masse,  deren
Färbekraft  so  groß  ist,  daß  1  Teil  noch  1000
Teile  Wasser  undurchsichtig  macht.  Neuerdings
wird  der  Farbstoff  in-der  Regel  gereinigt,  indem
man  ihn  in  (Kalilauge  löst,  mit  Säuren  Wieder  ausfällt ­
  und  den  gewaschenen  Niederschlag  im  Gemisch ­
  mit  Gummischleim  zu  Täfelchen  formt.
Das  so  gewonnene  Sepiabraun  bildet  eine  geschätzte ­
  Malerfarbe.  —  Das  Fleisch  des  Tintenfisches ­
  wie  der  ihm  verwandten  Arten  S.  elegans
und  biserialis  wird  als  Nahrungsmittel  geschätzt. ­

Serge  (Sarsche,  frz.  Serge,  engl.  Serge)nennt
man  mehrere  Arten  vota  seidenen,  halbseidenen,
wollenen  und  gemischten  Geweben,  die  mit  drei
oder  vier  Schäften  geköpert  oder  mit  fünf-  oder
siebenbindigem  Atlas  gewebt  sind.  Die  wollenen ­
  Sergen  dienen  in  den  leichteren  Sorten  gewöhnlich ­
  als  Futterzeuge,  doch  gibt  es  auch
dichte,  aus  festem  Kammgarn  gewebte,  und
solche,  die  durch  Rauhen  und  Scheren  fast  halbtuchähnlich
  sind.  Die  bekannteste  Sorte  aus
sehr  glattem,  gutem  Kammgarn  ist  die  Serge
de  Berry.  Statt  der  früher  vorkommenden  zahlreichen ­
  Arten  wollener  S.  werden  jetzt  andere
Köperstoffe,  wie  Merino,  Orleans,  Napolitains,
Tibets  u.dgl.  benutzt.  —•  Unter  den  Seidenwaren ­
  bilden  die  S.  hauptsächlich  Futterstoffe-Sie
  unterscheiden  sich  von  anderen  geköperten
Waren  dadurch,  daß  sie  nicht  appretiert  sind.
Seronen  (Suronen)  nennt  man  die  aus  rohen
Rindshäuten  bestehenden  Packhüllen,  in  die
            
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