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Saanebezirk
Seebezirk
das kleine Schloßstädtchen Rue. Der südwestliche Teil
Freiburgs wird bereits durch die Veveyse zum Genfer-
see entwässert; Mittelpunkt ist hier Chatel St. Denis,
das den Verkehr vom Genfersee und vom obern Broye-
tal über Semsales ins Greyerzerland hinaufleitet.
Im weiten Umkreis um die Saanetalfurche ist das
Land reich an Waldungen, die zumeist die flachwelligen
Höhen verkleiden. Die mit Gletscherschutt bedeckten frucht
baren Mulden dienen vorwiegend als Wiesland der
Viehhaltung und Milchproduktion. Im Bauernland des
Saanebezirkes lehnt sich das Dorf F a r v a g n y an die
Nordhalde des Mt. Gibloup, dessen dunkle, waldverhüllte
Molassehöhe mit 1212 m weit über die niedrigen Boden
wellen des Vorlandes aufsteigt. An der Bahnlinie west
lich der Hauptstadt liegt Matran, östlich von der
Saane Marly und La Roche am Fuß des äußersten
Voralpengipfels La Berra 1723 in. In entlegener Berg
landschaft über der Sense gelangt man vom Dorf Plaf-
feien zum Schwarzsee hinauf. Düdingen an der
Linie Bern-Freiburg macht sich den Milchreichtum des
Landes in einer bedeutenden Milchsiederei zu nutze; süd
lich von Düdingen liegt Täfers. Freiburg entsendet
quer zur Hauptrichtung eine Eisenbahnlinie über Bel-
faux und das waadtländische Payerne zu dem am
Neuenburgersee gelagerten Städtchen Estavayer und
zur Hauptlinie am Jurafuß bei Iverdon.
In der Umgebung des Murtensees und weit ins
Broyetal hinauf wird in den mildesten Lagen und auf
gutem Boden Tabak angebaut; die Blätter hangen im
Herbst dicht gereiht unter dem vorspringenden Dach der
Bauernhäuser zum Ausdörren. Die Sonnhalde des Mt.
Bully (Wistenlach) zwischen Neuenburger- und Murten
see ist ein durch gute Erträge ausgezeichnetes Rebgelände;
im weiten Umkreis um den steil zum Broyekanal und
zum Großen Moos abbrechenden, plateauartigen Molasse
rücken breiten sich die Gemüsefelder aus, deren Erzeug
nisse in den volksreichen Städten der Westschweiz auf den