Full text: Die Schweiz

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Ödst 
meisten andern Länder. Der Ertrag des Reblandes er 
leidet von Jahr zn Jahr die größten Schwankungen; 
im Mittel beläuft er sich auf über 1 Mill. Kl. Das 
entspricht etwa der Hälfte des Bedarfs. 1912 betrug 
die Einfuhr 11/2 Mill. hl im Wert von 49 Mill. Fr. 
Die wichtigsten Weinlieferanten sind Frankreich für bessere, 
Italien und Spanien für im Durchschnitt geringere 
Sorten. Der Bund unterstützt die Winzer durch Beiträge 
in ihrem Kampf gegen die Reblaus und andere Schäd 
linge des Weinstocks. 
Obstbau. Der Obstbau in den tiefern und mitt 
lern Lagen des Landes gewinnt ständig au Wert. Unter 
dem Einfluß der Obstbaumschuleu (Wädenswil) und 
-kurse macht die Pflege der Bäume und Früchte und die 
Auswahl der Sorten nach Klima und Bodenart Fort 
schritte. Die Obstbäume stehen zumeist im gut gedüngten 
Wieslaud. Ohne nennenswerte Schädigung des Gras 
wuchses breiten sie ihre Kronen als zweite Etage des 
Bodenertrages darüber hin Mit dem starten Überwiegen 
des Wiesenbaus im ostschweizerischen Mittelland nimmt 
auch die Zahl der Obstbäume zu. Ju den besten Lagen 
bilden sie einen zusammenhängenden Obstbaumwald, in 
dessen Grün die Dörfer beinahe versteckt sind. Nicht 
selten haben hier die Fruchtbäume auch auf dem Acker 
land Fuß gefaßt. Die dichten Obstgärten gehören zum 
Bild der ostschweizerischen Kulturlandschaft. 
Wein und Obst erleiden oft schweren Schaden durch 
die Spätfröste. Darum ist die Obsternte großen Schwan 
kungen unterworfen. Im Durchschnitt wird sie auf 
55 Mill. Fr. gewertet. Sie bleibt größtenteils im Lande. 
Mostobst wird nach Süddeutschland ausgeführt. Äpfel- 
und Birnenmost ist in der Ostschweiz ein allgemein ver 
breitetes Getränk; mit der Annäherung an die neuen 
burgischen und waadtländischen Rebgelände tritt er gegen 
über dem Wein zurück. Baselland, das aargauische Frick- 
tal und die Seebezirke von Zug und Schwyz schimmern 
im Frühling im Weiß der Kirschbaumblüten. Die Ernte
	        
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