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llanclelseinfuhr (Wareneinfuhr ohne Edelmetalle) aus fremden
Ländern, die diese Zolleinnahmen ermöglichte, belief sich auf
1434,4 Millionen Dollar (6024,5 Millionen Mark), so dass die
Zölle also durchschnittlich 23 % des Einfuhrwertes aus
machten, Die Warenausfuhr, die wieder Eisenbahnen und
Schiffen Verdienste zuführte, stellte sich auf 1853,7 Millionen
Dollar.
Dieser gewaltige Handelsverkehr wird natürlich direkt oder
jährlichen Ausgaben für einen Anschluss in den Netzen bis zu
200 Anschlüssen höher als die Einnahmen, und es würde noch lange
dauern, bis die Selbstkosten gedeckt würden In den mittleren Netzen
seien die finanziellen Erträgnisse dagegen zufriedenstellend, in den grossen
würden sie dann aber wieder schlecht (S. 34 der Denkschrift).
Leider fehlt es in der Denkschrift zum Entwurf an genauen sta
tistischen Angaben, wie hoch sich diese Summe der Zuschüsse bei den
unrentablen Netzen in Stadt und Land beläuft. Doch habe ich einige
Summen nach den hier und früher gegebenen statistischen Zahlen mühsam
berechnet. Ein Anschluss in den Netzen mit weniger als 50 Anschlüssen
kostet durchschnittlich 749 M, die jährlichen Kosten für den Betrieb und
die Unterhaltung belaufen sich auf 136 M; die jährlichen Einnahmen da
gegen sind erheblich geringer (S. 36 der Denkschrift).
Wie hoch? oder wie gering? Nun, 80 M macht ja die Jahresgebühr
allgemein aus, die Bauschgebühr, da in den Netzen bis zu DO Anschlüssen
die Grund- und Einzelgesprächsgebühren nicht zulässig sind (§ 5 des alten
Gebührengesetzes). Demnach erfordert jeder Fernsprechanschluss in den
Netzen bis zu 50 Teilnehmern, also auf dem Lande und in den Laudorten,
einen jährlichen Zuschuss von 56 M.
Schon Ende 1900 gab es aber 22 374 Anschlüsse in diesen Netzen,
wie in der Heichspoststatistik für das Jahr 19u0 (S. 110 und Anhang,
Tafel IX) angegeben wird. Das ergibt schon ein Defizit oder einen
Zuschuss zu diesen Netzen bis zu 50 Teilnehmern in Höhe von
1 252 044 M.
Aber seitdem haben sich diese ländlichen Anschlüsse zweifellos ebenso
wie die Gesamtzahl der Telephonanschlüsse mehr als verdoppelt, so dass
heute der Zuschuss vielleicht 3 Millionen Mark oder mehr im Jahre ausmacht.
Die Netze von 51 bis zu 200 Anschlüssen, die ebenfalls unrentabel
sind, wiesen Ende 1900 auch schon 25 465 Teilnehmer auf, von denen 4150
gegen Grund- und Gesprächsgebühr (zusammen 80 M jährlich für 400 Ge
spräche, die aber nicht erreicht werden) und die übrigen gegen Bausch
gebühr von 100 und 120 M angeschlossen waren. Heute wird die Zahl
dieser Anschlüsse auch mindestens doppelt so gross sein, sagen wir 60 000.
Und wenn wir hier durchschnittlich einen Zuschuss von 40 M für den An
schluss annehmen, so ergibt das ein jährliches Defizit von 2 400 000 M.