Full text : Weltporto-Reform

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dings  vermindern  ihn  die  Gehaltserhöhungen  jetzt  um  55  Millionen. ­
  Doch  gewiss  nicht  dauernd.  Die  Einführung  des  10  Pf.-Welt-Portos
  würde  aber  nur  einen  theoretischen  Verlust  von
9,8  Millionen  ergeben,  so  dass  der  Überschuss  immer  noch
weit  grösser  bliebe,  als  1900  nach  der  Podbielskischen  Portound
  Telephonreform  (25  Milh).  Tatsächlich  ist  natürlich  nur
auf  2 ,3  oder  auf  die  Hälfte  eines  solchen  Ausfalls  und  auch
nur  in  den  ersten  zwei  Jahren  zu  rechnen,  später  ist  er  viel
geringer  und  hört  bald  ganz  auf.
Die  amerikanische  Union  weist  bei  ihrem  Handelsumsatz
von  12  476  Millionen  Mark  1395  Millionen  Mark  an  Zolleinnahmen
  auf;  auf  dasPostdefizit  von  43  Mill.Mark(1906)kommt
es  ihr  gar  nicht  an,  und  zu  weiteren  Weltportoverbilligungen,  z.  B.
seeenüber  Frankreich,  hat  sie  sich  schon  oft  bereit  erklärt.
Russlands  Zölle  ergeben  5G3  Millionen  Mark,  der
Postüberschuss  von  93,36  Millionen  Mark  (1906)  ist  viel  zu  hoch
und  bedarf  längst  der  Herabminderung  durch  Portoverbilligungen
und  neue  Postanlagen.
Bei  Frankreich  machen  die  Zölle  390  Millionen  Mark,
der  Postüberschuss  nahe  an  40  Mill.  Mark  aus  (1906);  das  internationale ­
  10  Centimes-Porto  würde  in  diesem  Lande  gegen
10  Millionen  Mark  theoretisch  und  in  Wirklichkeit  vorübergehend ­
  vielleicht  6  Millionen  Mark  an  Ausfällen  verursachen.
Weitere  Beispiele  kann  sich  jeder  nach  den  unten  (S.  169  ff.)
folgenden  Berechnungen  selbst  zusammenstellen.  Eine  Herabminderung ­
  zu  hoher  Postüberschüsse  ist  überall  erwünscht  und
notwendig  und  aus  Gründen  des  Gemeinwohls  zu  fordern.  Ja,
man  sollte  überhaupt  stets  bei  Zeiten  dafür  sorgen,
dass  diese  Überschüsse  nicht  zu  hoch  steigen  —  Amerika
geht  ja  noch  viel  weiter  darin  —  und  die  Post  nicht  zum
fiskalischen  Erwerbsunternehmen  ohne  Rücksicht  auf
die  Yerkehrsinteressen  gemacht  wird.  Wird  sie  erst  zur
melkenden  Staatskuh,  dann  lässt  sie  der  oft  sehr  kurzsichtige
Fiskus  nicht  so  leicht  aus  seinen  eisernen  Klauen.
Stephan  erzählt  uns  in  seiner  Geschichte  der  preussischen
Post  (S.  695  —  698)  über  den  preussischen  Generalpostmeister
v.  Nagler  (geb.  1770,  seit  1822  Generalpostmeister,  gleichzeitig
1824—1835  Bundestagsgesandter,  f  1846),  den  bekannten  Gegner
            
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