Full text : Weltporto-Reform

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des  „faulen  Schwindels“  der  Eisenbahnen,  einen  recht  fiskalischen
Überschusserzieler,  wie  ihn  in  jüngeren  Jahren  doch  auch  der
Gedanke  der  .Gemeinnützigkeit  des  Postwesens  oft  erfüllte  und
welche  Kämpfe  er  bei  solchen  Bestrebungen  beständig  mit  der
Finanzverwaltung  auszufechten  hatte,  die  noch  sehr  viel
fiskalischer  war,  als  er,  und  ihm  oft  das  Leben  sauer  machte,
wenn  er  mit  Reformen  Vorgehen  wollte.
.  Eine  Königl.  Verordnung  von  1835  verlieh  ihm  wenigstens
in  den  technischen  Dingen  des  Postwesens  volle  Unabhängigkeit
von  der  Einwirkung  anderer  Ressorts.
„Nicht  ohne  Grund“,  schreibt  Stephan,  machte  man  ihm
den  Vorwurf,  „bei  der  Verwaltung  der  Staatspostanstalt  den
unmittelbaren  Finanzgewinn  zu  sehr  berücksichtigt  zu  haben“.
Freilich  hätte  die  „drohende  Finanzkrisis  zu  Anfang  der
zwanziger  Jahre  erhöhtere  Ansprüche  an  die  Finanzkraft  des
Postinstitus  gemacht“  und  man  wünschte  damals  den  Postüberschuss ­
  um  25  °/o  zu  steigern.
1821  betrug  der  Reinertrag  der  Post  2  154  495  M  oder
24  n /o  der  Einnahmen;  1825  (unter  Nagler)  schon  3  364  851  M
(33  %);  1830:  4  229  409  M  (32%);  1835  waren  es  31%  der
Einnahme.  „Später,  als  die  Staatskasse  an  den  beträchtlichen ­
  Überschuss  aus  dem  Postwesen  gewöhnt  war“,
schreibt  Stephan  weiter,  „fand  die  Beschränkung  der
Finanzerträge  des  letzteren  unüberwindliche  Schwierigkeiten“. ­
  Daher  wurde  das  10  Pf.-Porto  erst  28  Jahre  später
(1868),  als  das  Pennyporto  in  England,  hier  eingeführt.
Das  ist  aber  die  grosse  Gefahr,  die  mit  diesem  europäischen
Überschuss-System  verknüpft  ist,  im  Gegensatz  zu  dem  nordamerikanischen, ­
  das  nach  eintretenden  Überschüssen  sofort
Verkehrserleiehterungen  oder  Verbesserungen  vorschreibt.
„Das  Porto  war  eine  sehr  bequeme  Steuer“,  bemerkt  Stephan
weiter.  „In  Preussen  hatte  das  Generalpostamt  lange
Zeit  fortwährende  Kämpfe  mit  der  Generalkoutrolle,
dem  Finanzministerium,  der  Oberrechnungskammer  und
den  von  Zeit  zu  Zeit  für  Finanzzwecke  eingesetzten
Immediatkommissionen  zu  bestehen.  Schon  bei  Gelegenheit ­
  der  Vorschläge  der  Immediatkommission  zur  Untersuchung
des  Staatshaushalts  im  Jahre  1824  tat  die  Postverwaltune  dar;
            
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