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Regierungen hier, nach deren Instruktionen ich handeln
muss . . . Sie haben es mit dem Generalpostmeister hier
nicht zu tun; der Generalpostmeister hat seine eigentliche
Arbeit im Innern der Verwaltung; und was da
vorgeht, ob er protestiert oder Anträge gestellt hat oder
nicht, das bin ich nicht in der Lage, hier verraten zu
können.“
Freilich hatte Stephan leider der Finanzverwaltung, die
sich wieder auf ihn berief, den Rücken gestärkt, denn er entgegnete
auf die Briefgewichtserhöhung, wie schon erwähnt: „Ja,
meine Herren, wollen Sie glauben, dass das einen Ausfall von
4—5 Millionen Mark jährlich ausmacht, wofür nicht ein einziger
Brief mehr geschrieben wird?“ 7 )
Aber der treffliche Mann, die erste Autorität im Post wesen,
hat sich hier arg getäuscht, vielleicht weil er eine Zeit durchlebt
hatte, wo das Postwesen sich erst allmählich ausdehnte, so
dass auch zu verstehen ist, warum er — nach den Erfahrungen
früherer Zeiten mit Recht — der Vermehrung der Postanlagen
und Verbindungen offenbar mehr Einfluss auf die Steigerung
des Verkehrs zuschrieb als den Posttarifen 8 * ). Aber gegen Endo
seiner Verwaltung war Deutschland doch schon sehr dicht besät
mit Postanstalten, und ein noch weiterer Ausbau, der höchstens
auf dem flachen Lande von grösserer Bedeutung sein konnte,
würde bei der Geringfügigkeit des ländlichen Postverkehrs den
allgemeinen Verkehr heute nur wenig beeinflussen.
So kam es denn, dass seine Prophezeihung sich als sehr unglücklich
erwies. Die Briefgewichtserhöhung um 5 g unter
seinem verdienten Nachfolger ergab schon im ersten Jahre der
Reform (1900) eine Port om ehr ei nn ahme von 12 Millionen Mark
(vgl. S. 135 f.) infolge sehr grosser Verkehrssteigerung der Briefe
zwischen 15 und 20 g.
Es ist übrigens nicht zutreffend, wenn man diese Verkehrssteigerung
auf die gleichzeitige Aufhebung der städtischen Privatposten
zurückführt®), denn die Stadt- und Nachbarortsbriefo
7 ) „Archiv für Post und Telegtaphie“ 1S96, S. 92.
8 ) Geschichte der preussischen Post, S. 761.
°) So der Staatssekretär Krätke im Reichstage Anfang Dezember 1901.
Vgl. „Archiv für Post und Telegraphie“ 1905, S. 195.