von Tariferhöhungen gezeigt, die um so überraschender
waren, als man doch sehr wohl in der Lage gewesen wäre, den
Einfluss ähnlicher Umgestaltungen vorher erst genau zu studieren.
an (vgl. Stenograph. Bericht des Reichstags, 122. Sitzung 1908, vom 14. März,
S. 3896).
In der Budgetkommission des prepssischen Abgeordnetenhauses (Be
richt S. 53, Nr. 114 der Drucksachen über die Beratungen von Ende Februar
1908) gab der Eisenbahnminister für die Abwanderungen in Preussen-Hessen
nach unten „nach den bisherigen Feststellungen“ von damals für die erste
Klasse 15% an, für die zweite 3—4$ und für die dritte Klasse 4—5 %
und betonte, dass die Erhöhung des Fahrpreises erster Klasse die Abwande
rung noch verstärkt hätte.
Leider fehlt es bisher immer noch an genauen Mitteilungen, wie diese
Zahlen und die amtliche Ausfallsberechnung gewonnen worden sind, ins
besondere auch, auf welcher Grundlage die zu erwartende Verkehrssteigerung
festgestellt wurde. Im amtlichen Betriebsbericht der preussiseh-hessischen
Staatsbahnen für 1006 (S. 51 heisst es: „Die aus der Personenbeförderung
des öffentlichen Verkehrs ei'zielten Mehreinnahmen von 33 128 981 M
oder 7,35% (gegenüber dem Vorjahre 1905) sind im wesentlichen auf die
weitere Ausdehnung des Bahnnetzes sowie auf die weitere günstige Ent
wicklung der wirtschaftlichen Verhältnisse zurückzuführen.
1905 betrug die Steigerung gegen das Vorjahr 8%. Der Grund da
für, dass diese Steigerung nicht auch im Berichtsjahre (190ti)
erreicht wurde, dürfte im wesentlichen in der Abwanderung
der Reisenden aus den höheren in die niederen Wagenklassen
zu suchen sein, die nach Einführung der Fährkartensteuer be
obachtet werden konnte, und die in dem Rückgänge der Ein
nahmen der erstenKlasse und der besonders starken Steigerung
der Einnahmen der vierten Klasse ihren Ausdruck findet.“
Im Rechnungsjahre 1906, welches vom 1. April 1906 bis zum 31. März
1907 lief, war die Fährkartensteuer acht Monate in Kraft. Im Rechnungs
jahre 19U7 war sie schon volle zwölf Monate in Geltung; in diesem Jahre
ergab die Mehr ein nähme gegen das Vorjahr beim öffentlichen Personen
verkehr nun 11 986 563 M oder 2,48 % und die gesamte Personenverkehrs
einnahme (mit Gepäck usw.) 524 140 961 M oder um 3 109 039 M (= 0,59 %)
weniger als das Etatssoll (527 250000). „Der Ausfall ist in der Haupt
sache auf die Wirkung der Fahrkartensteuer und der Tarif
reform zurückzuführen“, sagt der Betriebsbericht für 19u7 (S. 55). Also
ein Ausfall von 21 Millionen!
Von Interesse sind folgende Zahlen über den Ertrag der Fahr
kartensteuer in den einzelnen Wagenklassen und neben deren Ge
samteinnahmen :