Full text : Weltporto-Reform

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liier  die  Frage,  wie  sich  der,  Verkehr  seit  Einführung  des  Kolonial-Peunyportos
  entwickelt  hat  und  oh  er  merklich  und  weit  mehr  als  vorher
gestiegen  sei.
Eine  Antwort  hierauf  gibt  uns  die  amtliche  Statistik.  Leider  veröffentlicht ­
  England  nur  von  Zeit  zu  Zeit  Angaben  über  die  Stückzahl  der
internationalen  Brief  Sendungen;  meist  werden  nur  die  versandten  Gewichtsmengen ­
  angegeben.  Ich  habe  nun  nachstehend  diese  Zahlen  zusammengestellt ­
  und  absichtlich  auch  einige  Zahlen  über  den  Verkehr  mit  den
andern  Ländern  beigegeben,  damit  man  sehen  kann,  wie  auch  hier  der
Verkehr  oft  auffallend  stark  gestiegen  ist,  sodass  man  bei  einer  starken
Portoermässigung  jedenfalls  zweifellos  auf  einen  ganz  besonders  grossen
Zuwachs  rechnen  dürfte,  und  sofern  der  Verkehr  nicht  hohen  Transitabgaben
unterliegt,  auch  auf  einen  besonders  schnellen  Ersatz  der  etwaigen  Eiunahmeausfälle.
  Nach  fernen  entlegenen  Ländern,  wohin  die  Post  oft  Wochen  lang
unterwegs  ist  und  seltenere  Verbindungen  aufweist,  kann  die  Steigerung
natürlich  nicht  immer  ebenso  schnell  vor  sich  gehen,  wie  nach  nähern
Ländern  mit  viel  häufigeren  und  regeren  Beziehungen.
In  der  unten  folgenden  Statistik  sind  Briefe  und  Postkarten,  sei
es  nun  nach  der  Stückzahl  oder  nach  Gewicht,  immer  zusammen  angegeben. ­
  Doch  sei  bemerkt,  dass  im  Kolonialverkehr  die  Postkarten  eine
untergeordnete  Bolle  spielen,  erstlich  weil  sie  bei  geringerer  Schreibfläche ­
  ebenso  teuer  sind  wie  ein  Brief,  und  dann,  weil  man  bei  überseeischen
und  selteneren  Beziehungen  geschlossene  ausführliche  Briefe  ohnehin  stets
bevorzugt.  1906  z.  B.  gingen  nach  den  englischen  Kolonien  41,6  Millionen
Briefe,  aber  nur  2,8  Millionen  Postkarten;  das  entspricht  6.6%  von  der  Zahl
der  Briefe.  Von  den  70,8  Millionen  Briefen  nach  andern  Ländern  machen
aber  die  daneben  versandten  eben  dahin  gehenden  Postkarten  (14,2  Millionen)
im  allgemeinen  Durchschnitt  20  %  aus.  Tatsächlich  gehen  aber  von  diesen
14,2  Millionen  Karten  allein  12  Millionen  nach  Europa,  z.  B.  nach  Deutschland ­
  3,07  Millionen  (neben  12,2  Mül.  Briefen),  nach  Bussland  600,000  (neben
1,55  Mill.  Briefen),  sodass  hier  also  die  Postkarten  etwa  V 4  Ins  1 / 3  von  der
Zahl  der  Briefe  gleichkommen.  Auch  im  englischen  Inlandsverkehr
(2694  Mill.  Briefe  u.  806  Mill.  Karten)  machen  sie  fast  %  der  Briefzahl  ans.
Von  Interesse  ist  die  Feststellung,  dass  die  englische  Postverwaltung
1906/07  an  Postdampfersubventionen  und  Vergütungen  nach  Gewicht  für  die
Postbefördernng  nach  Ländern  Europas  nur  28680  £,  nach  Amerika  198  488  £,
nach  Afrika  32  988  £  und  nach  Asien  und  Australien  402162  £  (zusammen
662318  £)  ausgab.*)
Man  ersieht  daraus,  dass  im  Verkehr  nach  den  nahen  europäischen
Ländern  —  dieser  Verkehr  macht  43,2%  aller  Ins  Ausland  gehenden  Briefe
und  Postkarten  aus,  während  der  nach  Asien  11,7%,  nach  Afrika  12,2,  nach
Amerika  26,7  und  nach  Australien  6,2  %  beträgt  —  die  Beförderungskosten
die  geringsten  sind,  trotzdem  gerade  dieser  Verkehr  der  grösste  ist,  und
dass  daher  bei  einer  starken  Verkehrssteigerung  infolge  einer  Weltporto-*)
  Vgl.  Archiv  f.  Post  u,  Tel.  1E08,  S.  379  (nach  dem  engl.  Verwaltungsbericht).
            
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