FRANKREICH. — Finanzen (Steigen des Staatsbedarfs).
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durch Uebernahme des Militär-Einsteherwesens gebildet; vorerst fliesst
diese Quelle ziemlich reichlich ; später, wenn die Pensionen zu entrich
ten sind, wird die Staatscasse dafür nicht unbedeutend in An.spruch ge
nommen werden.
Hauptausgabepositionen. Von den 1751 Mill, des ordentl.
Budgets verschlingen :
Die Staatsschuld sammt Dotationen über ö99 Mill. = 39,93%
Das Militär (I>and- und Seemacht) - 494% - = 2S,24 -
Diese beiden unproductiven Posten allein 1193
Irotz der Höhe dieser Summe ist aber der wirkliche Bedarf für die
Armee noch weit grösser.
Unter den »Dotationen« nimmt die Civil liste des Kaisers mit
25 Mill, die erste Stelle ein. (Die Civilliste Ludwig Philipp’s hatte nur
12 Mill, betragen.) Ausserdem ist aber der Genuss der Krondomänen
damit verbunden (worunter ein Theil der Orléans’schen Güter) ; sie sol
len 5 7 Mill, nachhaltig ertragen, so wie sie dermalen verwaltet wer
den aber 10 —— 12 Mill. Hiezu kommt der Genusswertb der Schlösser.
(Die franz. Civilliste ist die grösste von allen ; dessen ungeachtet soll
dieselbe mit mehr als SO Mül. Fr. Schulden belastet sein.) — Die zweite
Stelle haben die »Dotationen der kaiserl. Prinzen und Prinzessinnen«.
Dazu kommen gelegentlich ausserordentliche Bezüge. Darnach dürften
die Gesammtkosten des Hofes (mit den Naturalgenüssen) kaum unter
40 — 42 Mill. Frs. zu veranschlagen sein. — Der Aufwand für SenA
und gesetzgebenden Körper steigt auf 9 Mill., — das Doppelte des Be
darfs der frühem Pairs- und Deputirten-Kammer. — Eine besondere
Dotation besitzt die »Ehrenlegion«, wozu der Staat einen jährlichen Zu
schuss gewährt, 1805 von 9 770,730 Fr. Die Gesammteinkünfte der
Lepon sind zu 10’80S,109 Fr. veranschlagt. (Die Zahl der Legionäre,
welche Bezüge erhalten, beträgt 3.3,497.) — Die Ausgaben für den
Cultus, 1818 blos 21, 1847 39, sind für 1665 fast auf 48 Mill, blos
^(^stimmt (davon fast 40 Mill, für den katholischen und
' ^andern Cuiten, Mit Kinrechnung der Leistungen
der Gemeinden und der einzelnen Gläubigen (Casualien) steigt das Ein
kommen der Geistlichkeit wol über 100 Mill.*)
Steigen des Staatsbedarfs unter dem Kaiserthume. Die Schlussziffern
tat r ^ sind seit dem Aufhören der Republik von Jahr zu
Jahr lolgendermassen gestiegen:
Zuschüsse v-''die if geduldet, aber nur drei erhalten Geld-
. 1 -Vicareii nii. ,
Pfarrern mit 1200—IbOO und 30,243 Pfarr\en%e-
Bern mit 900—1200 Fr.
Kolb, Statistik. 4. Aufl
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