Full text : Handbuch der vergleichenden Statistik- der Völkerzustands- und Staatenkunde

66

FRANKREICH.  —  Finanzen  (Steigen  des  Staatsbedarfs).

1853
1854
1855
1856

1487  Mill.
1517  -
1562  -
1598  -

1857:  1699  Mill.
1858:  1717  -
1859:  1765%  -

1860
1861
1862

1825  Mill.
1840  -
1970  -

Hierauf  ward  eine  Aenderung  in  der  Art  der  Aufstellung  des  Budgets ­
  vorgenommen.  Man  verkleinerte  dasselbe  scheinbar,  indem  man
alle  durchlaufenden  Posten  und  ausserordentlichen  Ausgaben  vom  gewöhnlichen ­
  Budget  trennte.  Indess  darf  man  nur  die  verschiedenen  Kategorien ­
  zusammen  stellen,  um  die  Vergleichung  mit  früher  fortsetzen
zu  können  :
1863
172P581,077
217’917,785
97’004,895
121’114,500

Ordentl.  Budget  .
Special-Durchl.
  Posten
Ausserord.  Budget

1864
1775144,001
221’934,123
100’046,704
lOS’015,000

Zusammen  2157’618,257  2205’139,828

1865
1750’922,583
229’493,035
104’036,154
nS’852,000
2193’303¡772

Schon  1855  klagte  der  Berichterstatter  im  gesetzgebenden  Körper,
Baron  Paul  de  Richemont;  »Der  Staatsbedarf  ist  heute  noch  einmal  so
gross,  als  er  1815  war.«  Schon  vor  dem  Jahre  1854  (also  noch  vor  den
Kriegen)  waren  nicht  blos  die  Staatsschulden  vermehrt,  sondern  auch
das  Activvermögen  des  Staates  bedeutend  vermindert,  namentlich  durch
den  Verkauf  von  Eisenbahnen  (für  242  826,476  Fr.),  von  Staats-  und
Orléans’sehen  Domänen  und  endlich  durch  ausserordentliche  Holzfällungen. ­

Betrachtet  man  blos  die  Jahresbudgets,  die  alle  mit  einem,  wenn
auch  geringen  Uebcrschusse  abschliessen,  so  begreift  man  diese  Gestaltung ­
  nicht.  Dupin  sagte  schon  in  der  Constitutionellen  Periode  :  »Alle
unsere  Budgets  werden  mit  einem  Ueberschusse  der  Einnahme  (über  die
Ausgaben)  vorgelegt,  alle  endigen  aber  in  Wirklichkeit  mit  einem  Deficit.« ­
  Ein  altes  Grundübel  liegt  in  den  sog.  ausserordentlichen  und  »Supplementarcrediten.«
  Nach  Feststellung  des  Budgets  werden  die  enonnten
  Summen  nachträglich  angewiesen.  Der  Berichterstatter  in  der  ehemaligen ­
  Deputirtenkammer  über  das  Budget  für  1848,  also  noch  unter
Ludwig  Philipp,  äusserte;  »Diese  Verfahrungsweise,  im  Widerstreite
mit  allen  Finanzprincipien  ,  macht  die  Prüfung  des  Budgets  zur  Täuschung, ­
  und  führt  nothwendig  zu  einer  Vermehrung  der  Ausgaben,  ohne
Vorsorge  für  deren  Deckung.«  —  Man  vergleiche  nur  folgende  Gegenüberstellung ­
  :

1855
1856
1857
1858
1859
1860
1861
1862

Budget
Fr.  1,562’030,308
-  1,598’286,528
-  1,698’904,664
-  1,716*989,496
-  1,765*780,877
-  1,824*957,778
-  1,840*121,858
-  1,969*769,031

Bechn.  -  Abschluss
2,375*342,590
2,211*703,054
1,872*526,216
1,868*128,434
2,216*710,764
2,084*091,354
2,177*836,308
2,212*839,327

üeberschreitung
813*312,282
713*416,526
173*621,552
151*138,938
450*929,887
159*133,576
337*714,450
243*070,296
3,042*337,507~

Zus.  Mehrau.sgabe  in  acht  Jahren

Allerdings  haben  auch  die  Einnahmen  bedeutend  mehr  geliefert  als
veranschlagt  war,  doch  lange  nicht  in  diesem  Masse  ;  die  Vergrösserung
der  Schuld  (s.  unten)  zeigt  den  Unterschied.  —  Es  sind  also  nicht  blos
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.