Full text : Weltporto-Reform

Aus  den  Vereinigten  Staaten  von  Amerika  oder  aus  England
kostet  ein  Brief  nach  Italien  25  Centimes,  wenn  er  28  g  wiegt.
Aus  Italien  dahin  kostet  er  aber  schon  50  Centimes,  wenn  er
auch  nur  16  g  schwer  ist.  56  g  aus  den  ersten  beiden  Ländern
stellen  .  sich  auf  40  Centimes,  aus  Italien,  Russland  usw.  aber
auf  1  Franken.
So  kann  man  also,  wenn  solche  Zustände  bereits  bestehen,
einseitige  Postvereinsbeziehungen,  in  denen  bloss  in  einer  Richtung
ein  billiges  Porto  gilt,  nicht  gut  missbilligen.  Die  britischen
Länder  zahlen  nach  Australien  nur  1  Penny  Porto,  umgekehrt ­
  gilt  aber  aus  Australien  dahin  ein  Porto  von  2  d.  Aus
Neuseeland  schickt  man  Briefe  nach  Mexiko  für  1  Penny
borneo  und  auf  den  Philippinen;  '  endlich  in  Australien,  Britisch-Neuguinea
  und  Tasmanien.
3.  Tarif:  25  Centimes  für  die  ersten  15  g  und  15  Centimes  für  je
weitere  15  g  erheben  Frankreich  und  seine  Kolonien  sowie  Tunis.
4.  Tarif:  25  Centimes  einheitlich  für  je  20  g  sind  angesetzt  in
Serbien,  ferner  in  Mexiko,  ln  der  Republik  Honduras,  in  San
Salvador,  in  Venezuela  und  Uruguay.
Diese  vier  Tarifarten  ergeben,  zumal  bei  Berücksichtigung  der  verschiedenen ­
  Landesmünzwerte  und  Gewichtsabweichungen,  sehr  bedeutende
Unterschiede,  besonders  bei  schwereren  Briefen  Nehmen  wir  einen  Brief
von  10  facher  Gewichtseinheit.  Nach  dem  ersten  Tarif  hat  er  dann  ein
Gewicht  von  '100  g  und  kostet  1,60  Franken,  nach  dem  dritten  Tarif  kostet
er  ebenso  1,60  Fr.,  aber  schon  bei  einem  Gewicht  von  150  g,  d.  h.  25°/ 0
weniger.  Der  zweite  Tarif  gewährt  für  2,50  Fr.  nur  150,  der  vierte  aber
200  g.
In  den  Vereinigten  Staaten  ergibt  ein  zehnfach  schwerer  Brief
283.4  g  und  kostet  nur  134,4  Pf.  (32  Cents);  in  England  136  Pf.  (1  sh.  4  d).
In  Deutschland  müsste  ein  283,4  g  schwerer  Brief  160  Pf.,  in  Schweden,
Norwegen  oder  Dänemark  180  Pf.  (160  Oere),  in  Frankreich  380,75  Pf.
(4,75  Fr.)  und  in  Russland  gar  410  Pf.  (1,90  Rubel)  bezahlen,  d.  h.  das
Dreifache  dessen,  was  er  in  Amerika  oder  England  kostet.
Nach  dem  zweiten  Tarif  stellt  sich  ein  Brief  von  20  g  schon  auf
50  Centimes,  nach  dem  ersten  und  vierten  nur  auf  25  Centimes,  nach  dem
dritten  auf  40  Centimes.
40  g  aber  kosten  nach  Tarif  1  bloss  40  Centimes,  nach  Tarif  2  dagegen
75  Centimes,  nach  Tarif  3  jedoch  55  Centimes  und  nach  Tarif  4  endlich
50  Centimes.
Aber  nicht  genug  damit!  Weitere  Ausnahmetarife  ergeben  sich  durch
die  noch  vorhandenen  Seeportozuschläge  und  Zuschläge  für  aussergewöhuliche
  Verbindungen  bei  verschiedenen  Ländern,  insbesondere  Zentralund
  Südamerika.  Da  kommen  zum  Briefporto  für  jede  Gewichtseinheit
            
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