Full text : Weltporto-Reform

224

England  1  d  (8,5  Pf.);  in  Österreich  10  h  (8,5  Pf.);  in  der  Türkei
20  Para  (9,23  Pf.)  nsw.  Der  deutsche  Satz  geht  also  schon
um  23,4%,  der  skandinavische  um  38,8%  über  den
Normalsatz  hinaus.
Der  Normaltarif  für  Briefe,  25  Centimes  (20,25  Pf.),
in  Deutschland  auf  20  Pf.  abgerundet,  wird  in  Österreich  zu
25  h  (21,25  Pf.),  in  England  zu  '2%  d  (21,20  Pf.),  in  Russland
zu  10  Kopeken  (21,6  Pf-),  in  der  Türkei  zu  40  Para  (18,46  Pf.),
in  Skandinavien  aber  zu  20  Oere  (22,50  Pf.)  gemacht,  d.  h.  um
4  Pf.  mehr  als  in  der  Türkei;
Wenn  nun  noch  die  internationale  Briefgewichtseinheit  in
dem  einen  Lande  statt  des  neuen  Norm  als  atz  es  von  20  g  15  g,
im  anderen  aber  28,34  g  (1  Unze)  beträgt  und  die  weiteren
Gewichtseinheiten  bald  mit  15  Centimes,  bald  mit  vollen  25  Centimes ­
  tarifiert  werden,  so  ergibt  sich  ein  heilloser  Tarif  Wirrwarr,
wie  ich  ihn  oben  schon  näher  beschrieben  habe.  Die  Seeportozuschläge ­
  und  die  vielen  und  verschiedenen  Postvereinstarife
vergrössern  diese  Regellosigkeit  des  Weltportos  noch  ins
Ungemessene.  Dieser  Zustand  ist  sehr  unerwünscht.
Es  ist  klar,  dass  ceteris  paribus  (also  von  besonderen
Gewohnheiten  und  Umständen  abgesehen)  im  Wechselverkehr

42  439  solcher  Antwort-Gutscheine  aus  andern  Ländern  in
Deutschland  hei  der  Post  ein  (davon  11  742  aus  der  Schweiz.  9548  aus
Frankreich,  4182  aus  England,  4150  aus  der  Union,  3141  aus  Belgien,  2759
ans  Holland,  1743  aus  Italien  und  1279  aus  Skandinavien).  Aus  Deutschland ­
  trafen  dagegen  im  letzten  Vierteljahr  1907  in  andern  Ländern  6197
deutsche  Antwort-Gutscheine  ein  (1450  in  Frankreich,  1407  in  England,
1003  in  der  Schweiz  usw.).  Im  ersten  Vierteljahr  des  Bestehens  (letztes
Quartal  1907)  gingen  heim  Internationalen  Bureair  in  Bern  bloss  50  388  eingelöste ­
  Antwortscheine  ein,  während  es  bis  Ende  1907  an  60  Postverwaltungen ­
  6  557  200  und  bis  Ende  1908  an  71  Verwaltungen  im  ganzen
7  135  200  bestellte  Antwortscheine  abgegeben  hatte  (vgl.  „Archiv  f.  Post
ii.  Telegraphie 1 '  1909,  Nr.  9,  Mai,  S.  306  f.  u.  „D.  Verk.-Ztg.“  1909,  S.  345).
Der  Aufscldag  von  mindestens  3  Centimes  (in  Deutschland  ist  der
Preis  25  Pfg.  =  30,85  Centimes)  soll  den  Zweck  haben,  spekulative
Arbitragegeschäfte  mit  Antwortscheinen  zn  verhüten,  da  ihr  Gegenwert
z.  B.  in  Schweden  20  Oere  =  27,776  Centimes  ist,  in  Deutschland  aber
20  Pfg.  =  24,69  Centimes  ist.  Da  die  Absätzfähigkeit  dieser  Marken  nicht
gerade  gross  ist,  so  fragt  sichs  indessen,  ob  diese  Befürchtung  nicht  zn
weit  geht.
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.