Full text: Weltporto-Reform

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Postämter in weniger geordneten Ländern könnte man 
liier in die Kolonien einreihen, zumal wenn sie dem 
wohlfeileren Kolonialportobereicli angeschlossen sind. Ich 
ordne sie a,ber einem anderen Gesichtspunkte unter (S.300f.). 
D) Viertens Postvereine entfernter (überseeischer) 
selbständiger Länder, also Vereine von Staaten, die 
durch Meere oder Meeresteile oder ganze Ozeane von 
einander getrennt sind, ohne im Verhältnis von Mutter 
land und Kolonie zueinander zu stehen. Durch Vermitt 
lung der fremden Postanstalten in China und Marokko 
werden auch diese beiden Länder mit entfernten anderen 
Ländern in ein Postvereins-Verhältnis gebracht und 
daher mit jenen fremden Postämtern ebenfalls dieser 
Gruppe (D) zugerechnet (S. 277-—312). 
Die „Deutsche Verkehrs-Zeitung“ glaubte noch 1899 (Nr. 20 
vom 2. Juni, S. 278) nicht daran, dass „der Gedanke eines Ozean- 
Penny-Portos oder gar einesWelt-Penny-Portos in absehbarer 
Zeit Aussicht auf Verwirklichung“ habe und hielt es „für aus 
geschlossen, dass in naher Zeit engere Vereine mit ermässigten 
Brieftaxen auch zwischen entfernt voneinander liegenden, völlig 
selbständige Wirtschaftsgebiete bildenden Ländern abgeschlossen 
werden sollten“, „namentlich wegen der erheblichen finanziellen 
Bedeutung einer solchen Reform,,. 1903 (S. 300) äusserte sie 
sich ebenfalls noch ähnlich. 
Aber bloss ein paar Jahre, all den geäußerten Bedenken zum 
Trotz — und der grosse Stein ist bereits schönstens im Rollen. 
Neu-Seeland undMexiko, Spanien und die portugiesischen Kolonien, 
Italien und Ägypten, England und Amerika, Deutschland und 
Amerika — das Ozean-Penny-Porto ist verwirklicht und das Welt- 
Penny-Porto naht im Sturmschritt, um den ganzen Erdball zu 
erobern. Wie weit es schon vorgerückt, mit nahen Grenz- und 
Nachbarpostvereinen beginnend, zu weltumspannenden Kolonial 
reichspostvereinen über weite Meere vorrückend, doch noch 
„Weitere Entwicklung des Festverkehrs mit den deutschen Kriegsschiffen 
irn Auslande“, und 1907, S. G83 —085: „Neuerungen imPostverkehr der deut 
schen Kriegsschiffe im Auslände“ (vom 1. Oktober 1907 ab dem Kolonial 
porto angegliedert, auch für den York ehr nach Österreich-Ungarn, Bosnien- 
Herzegowina und Luxemburg).
	        
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