Full text : Weltporto-Reform

264

von  Seepost  zu  Seepost,  von  Landpost  zu  Landpost,  und  ein
neues,  niedriges,  etwa  dem  -durchschnittlichen  inneren  Tarif
gleiches  Porto  muss  wieder  Einheitlichkeit  in  den  Weltpostverein
bringen.  Das  postalische  Ausland  muss  endlich  zum  postalischen
Inland  werden.  Das  ist  das  letzte  und  nächste  Ziel.  AVenu  man
sieht,  wie  gewaltig  gross  die  bereits  vorhandenen  Kolonialpostvereine ­
  sind,  und  wie  klein  daneben  die  übrigbleibenden  isolierten
Länder,  so  wird  diese  Forderung  doppelt  berechtigt  erscheinen.
Die  nachstehende  Uebersicht  über  die  Kolonialpostvereine
und  ihre  Grösse  und  Einwohnerzahl  soll  das  näher  veranschaulichen ­
 1 ).  Russland,  die  Türkei  und  Japan  rechne  ich  wegen
ihres  ausgebreiteten  Länderbesitzes  auch  zu  den  Kolonialreichen.
Man  wolle  sich  nun  gewärtig  halten,  dass  der  ganze  Weltpostverein ­
  Ende  1907  nach  den  Angaben  des  Internationalen  Bureaus
114  Millionen  Quadratkilometer  mit  1151  Millionen  Einwohnern ­
  zählte,  ohne  Abessinien  (800  000  qkm  mit  8  Milk  Einw.),
das  erst  am  1.  Kov.  1908  beitrat,  und  Ende  1908  waren  es  114,3
Mül.  qkm  und  1166,7  Mill.  Einw. 2 ).  Und  nun  sehe  man  einmal  zu
wie  gewaltige  Gebiete  innerhalb  jener  114  Millionen  Quadratkilometer, ­
  nämlich  solche  von  20—30  Millionen  Quadratkilometer  n
schon  als  einheitliche  Postgebiete  dastehen  und  nur  noch  der
gegenseitigen  Verbindung  harren,  um  von  neuem  ein  zusammenhängendes, ­
  einheitliches  Ganzes  zu  bilden:  das  Welt-Penny-Porto-Gebiet,
  das  neue  Gebiet  des  Inlandsportos.
*)  Leider  fehlt  es  noch  an  einer  zusammenhängenden  wissenschaftlichen
Darstellung  der  Entwicklung  dieser  Kolonialpostvereine  und  der  Postvereine ­
  überhaupt.  Doch  findet  man  einiges  wenige  darüber  in  Aufsätzen  der
„Deutschen  Verkehrs-Zeitung“  1890,  Nr.  20  („Kolonial-  und  Marinebriefe“, ­
  S.  255—256),  und  1899,  Nr.  22  („Weltpostbriefporto“,  S.  277
bis  279).  lieber  den  Stand  des  Portos  der  vorhandenen  Sonderpostvereine
kann  man  sich  unterrichten  in  dem  bereits  erwähnten,  vom  Internationalen
Bureau  des  Weltpostvereins  im  Juli  1907  herausgegebenen  Heft  „Recueil
de  renseignements  d’interet  general  concernant  l’execution  de  la-  Convention
principale  du  26.  Mai  1906“.  Leider  sind  die  Angaben  über  die  Sondertarife ­
  nicht  neben  dem  Weltporto  tabellarisch  und  übersichtlich  zusammengestellt, ­
  sondern  in  hinten  angehängten  Anmerkungen  enthalten,  deren
Exzerpierung  viel  Mühe  und  Zeit  erfordert.  Auch  fehlen  vergleichbare
Münz  wertb  erechuungen.
2 )  Heber  Abessinien  vgl.  „Archiv  f.  P.  u.  T.“  1908,  S.  581  und  „L’Union
postale“  1908,  S.  192.
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.