Full text: Weltporto-Reform

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6. Der deutsche Kolonialreichs'Postverein. 13 ) 
(Seit dem I. Mai 1899) 
Deutschland mit seinen Schutzgebieten (Afrika; Kamerun, Togo, Südwest- 
und Ostafrika: Neuguinea, den zahlreichen Südseeinseln, Samoa; Kiautschou). 
Mitglieder: qkm: Milk Einw.: 
Deutschland , 540 777 68 
Schutzgebiete 2 653 104 12,4 
Gesamtgebiet: 3 193 881 75,4 
Vereinsporto: 
Der innere deutsche Tarif (vgl. oben S. 252), nicht nur für Briefe, 
sondern auch für die anderen Briefpostsendungsarten: Postkarten, 
Drucksachen, Warenproben und Geschäftspapiere. Für letztere Jedoch 
das internationale Meistgewicht von 2 kg (60 Pf.), statt 1 kg, wie im 
Inlande. Auch für den Verkehr mit deutschen Kriegsschiffen 
im Auslande und in den Kolonien gelten diese internen Sätze. 
Durch den Postkongress von Washington (1897) waren die Transit 
gebühren vom 1. Januar 1899 ab herabgesetzt worden; dadurch wurde die 
Einführung der neuen Kolonialtarife begünstigt, wie es hiess. 
Das deutsche Kolonialreichsporto (10 Pf. 20 g; 20 Pf. 250 g) ist, wenn 
auch nicht für einfache (das Pennyporto = 8,5 Pf. für 28,34 g), so doch 
für schwerere Briefe besonders wohlfeil und gewährt eben die internen 
Sätze auch für die übrigen Briefpostsendungen. 
Einfache Mannschaftsbriefe von und nach den deutschen Kriegs 
schiffen haben übrigens einen Ausuahmetarif und kosten 10 Pf. für 60 g 
gemäss einer Vereinbarung mit der P.eichsmai'ineVerwaltung, die dafür eine 
jährliche Pauschalvergütung von 10 100 M bezahlt. 14 ) 
lieber Deutschlands Postvereine mit Marokko und China Näheres 
unten (S. 295. 307). 
7. D er nordamerikanische Kolonialreichs'Postverein 
der Union.’ * 5 ) 
(Seit, dem 1. Mai 1900.) 
Er umfasst die Vereinigten Staaten mit Alaska, Hawaii, Portorico, den 
Philippinen und Sulu-Inseln, Guam, Samoa (Tutuila) usw. 
Gesamtgebiet: 9 727 036 qkm mit 91,79 Millionen Einwohnern. Mit Cuba und 
Panama: 9 933 349 qkm und 94,24 Millionen Einwohnern. 
13 ) lieber die Entwicklungsgeschichte und den Stand der deutschen Postein- 
rlchtungen in den deutschen Schutzgebieten unterrichtet vortrefflich die Arbeit: 
„Deutsche Post- und Telegrapheneinrichtungen in den Kolonien und im Auslande“ (mit 
5 Kartenskizzen) von H. Herzog im „Archiv für Post und Telegraphie“ 19DD, S. 38-49 
u. 05 —88 Ferner vergleiche man den Aufsatz: „Die Taxermässigungen im Kolonial- und 
Marineverkehr Deutschlands“ im Archiv für Post und Telegraphie D99 S. 886f. und den 
Artikel: „Kolonial- und Marinebriefe“ in der „Deutschen Vorkehrs-Zeitung“ 1899 (Nr. 20), 
S. 255f. — Der Gothaer Hofkalender (19C9) gibt für die Schutzgebiete nur 2 596 520 qkm an. 
Näheres über die deutschen Marinebriefe im „Archiv für Post und Tele 
graphie“ lh97, S. 653 ff.; 1908, S. 188—187, und 1907, S. 688—684. lieber die Porto Vergünsti 
gungen in fremden Ländern für Postsendungen von und an Militärpersonen siebe „Archiv 
für Post und Telegraphie“ 1902, S. 706—7C8. 
r ') Portorico, Guam und die Philippinen wurden nach dem Kriege mit Spanien
	        
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