Full text : Weltporto-Reform

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Ans  Deutschland  nach  der  Union  gehen  jetzt  bereits  etwa  46  %  der
ahgesandten  Briefe  anf  dem  direkten  Seewege,  54%  aber  über
Frankreich  und  England,  weil  dieser  Weg  infolge  der  bestehenden
Schiffsfahrpläne  und  Anschlüsse  der  schnellere  ist. 10  *  *  *  *  *  * )  Ob  dieses  Verhältnis
auch  künftig  bestehen  bleibt,  ist  allerdings  sehr  fraglich,  da  es  vielen  Briefschreibern ­
  gar  nicht  darauf  ankommt,  wenn  der  Brief  4—5  Tage  später
eintrifft.  Die  Reichspostverwaltung  behielt  sich  Veröffentlichungen  darüber
vor,  in  welcher  Weise  die  Briefe  mit  Leitvermerken  zu  versehen  sind,
wenn  sie  nur  den  direkten  Seeweg  wählen.  Eine  Verfügung  darüber  ist
dann  bald  erfolgt. 17 ;
l0 )  So  gibt  die  „D.  Verkehrs-Zeitung“  1908,  Nr.  50  an.  —  Im  Jahre  1905
waren  an  der  Beförderung  der  Deutschen  Post  nach  New  York  die
nachstehenden  Dampfschiffahrtslinien  mit  folgenden  Anteilen  beteiligt  (Postarchiv ­

  1906,  S.  302):
Norddeutscher  Lloyd  34,4  %
Hamburg-Amerika-Linie;
a)  Schnelldampfer  ll,ö-%\
b)  andere  Dampfer  2,2  %/  1  ”
Deutsche  Dampfer  also  48,1  %
Cunard-Linie  .  *  0,8%
White-Star-Linie  12,7  %
Amerlcan-Linie  38,4  %

fremde  Dampfer  also  51,9%
Die  Post  aus  England,  Spanien  und  Portugal  nach  den  Vereinigten
Staaten  geht  vorzugsweise  mit  den  aus  Queenstown  (Südirland)  abfahrenden
Dampfern;  die  Post  aus  dem  übrigen  Europa  dagegen  erhält  ihre  Weiterbeförderung ­
  ebenfalls  mit  den  von  der  deutschen  Post  benutzten  Dampferverbindungen ­
  (vergl.  „Archiv  f.  Post  u.  Tel.“  1906,  S.  302),  Ueber  die
transatlantische  Briefpostbeförderung  der  Vereinigten  Staaten  vergl.  „Archiv
f.  Post  u.  Tel  “  1906,  S.  327  und  „Deutsche  Verkehrs-Zeitung“  1908,  S.  312.
Die  amerikanische  Post  Verwaltung  zahlt  den  subventionierten  Postdampfern,
die  die  Post  befördern  müssen,  für  jede  zurückgelegte  Meile  eine  Vergütung
von  2 / 8  bis  4  Dollars,  je  nach  der  Geschwindigkeit.  Nicht  subventionierte
amerikanische  Schiffe  erhalten  für  die  Postbeförderung  eine  Entschädigung,
die  der  Summe  der  Seetransitgebühren  und  des  amerikanischen  Inlandsportos ­
  entspricht,  also  1,60  Dollar  für  jedes  Pfund  (453  g)  Briefe  und  Postkarten ­
  und  8  Cents  für  Drucksachen  usw.  Fremde  Schiffe  dagegen  erhalten
nur  44  Cents  und  4 7 / 2  Cents  pro  Pfund  (d.  h.  5  Franken  und  50  Centimes  pro  Kilogramm), ­
  dem  Seetransitporto  entsprechend.  1905  erhielt  der  Norddeutsche
Lloyd  von  der  Union  168  931  Dollar,  die  Hamburg-Amerika-Liuie  61439
Dollar.  Die  gesamten  Vergütungen  an  Schiffe  betrugen  2'/ 2  Millionen  Dollar.
17 )  Im  „Amtsblatt  des  Reichs  -  Postamts“  Nr.  73,  datiert  vom
23.  Dezember  1908,  ist  diese  Verfügung  wegen  der  Leitvermerke  für  die
Taxherabsetzung  erschienen.  Es  heisst  da;  „Für  die  Leitung  und  Taxierung
der  Briefe  nach  den  Vereinigten  Staaten  von.  Amerika  ist  der  etwaige
            
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