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Orte und Provinzen postalisch noch, schlecht verbunden sind, so trifft dasselbe
ja auch in Russland, Nordamerika und Australien zu. Trotzdem gelten
diese Länder vollständig an den Weltpostverein angeschlossen und nicht
etwa nur mit den Teilen und Städten, die Postämter haben.
Tahiti; in Japan gibt es eine reichliche Zahl Chinesen (12463), ebenso in
Russlands ostsibirischen Städten; in den Vereinigten Staaten zählte
man (1897) Ü9 000 Chinesen (0,2% der Bevölkerung); auf den Philip
pinen 100 000. In San Francisco erscheinen 5 chinesische Zeitungen, deren
Setzer — beiläufig gesagt —- mit 11 000 verschiedenen Schriftzeichen ver
traut sein müssen (vergl. ,,D. Verk.-Ztg.“ 1903, S. 289).
Hiernach kommen also der Möglichkeit nach etwa 13 Mil
lionen ausserhalb Chinas lebende Chinesen—• die Zahl der Chinesen
französischer Reiohsa-ngehörigkeit in Indo-China war in meinen Quellen
(Hübner) nicht angegeben — für den Briefwechsel mit dem Chine
sischen Reiche in Betracht, natürlich nur soweit sie schreiben und
lesen können. Doch soweit sie zu den 10 Millionen Chinesen in den 69
Städten Chinas mit den 104 fremden Postanstalten Beziehungen haben,
werden sie sich dieser gewiss ausgiebig bedienen, besonders wenn das
Porto als Vereinsporto billiger ist als das des Weltpostvereins und der
direkte Verkehr mit der chinesischen Reichspost (Weltportosätze).
Europäer in China einschliesslich Kiautschou und Hongkong gibt
es nur etwa 30 000. Natürlich werden diese die europäischen Postanstalten
daselbst am meisten benutzen, doch den Chinesen stehen sie, wie gesagt,
ebenso zur Verfügung zum Briefwechsel mit ihren Landsleuten im
fernen Auslande. Deshalb kann man mit Recht sagen: China steht
bereits im Postvereinsverhältnis zu Russland, Deutschland,
England, Frankreich und Amerika mit ihren Besitzungen sowie
mit Japan. Denn fast«alles, was in China internationalen Brief
wechsel überhaupt führt, lebt wohl meist in den 69 Städten
mit fremden Postanstalten, die im Verkehr mit den Heimats
ländern und deren Kolonien den internen Tarif anwenden.
Von Interesse dürfte noch eine Statistik des auswärtigen Brief
verkehrs nach Chinas dem Weltpostverein angeschlossenen Pbst-
anstalten der fremden Länder sein, einmal, weil sie die verhältnis
mässige Regsamkeit der Beziehungen der handeltreibenden fremden Nationen
anzeigt und dann, weil sie auf einen ungefähr gleich hohen Verkehr
in der Richtung aus China schliessen lässt, dessen eigener Reichspost
verkehr (190ö) insgesamt erst 7ö Millionen Sendungen (wohl meist
interne) ausmacht, neben 9 Millionen Privatpostbriefen mit Dampfern,
von den privaten sonstigen Fern- und Ortsbriefen jedenfalls abgesehen.
Nach der Berner Spezial-Statistik des Weltpostvereins für 1906, wo
Russland, Canada und die Union leider stets fehlen, wurden aus nach
stehenden Ländern an die fremden Weitpostanstalten in China
frankierte Briefe und Briefsendungen aller Art (überhaupt) ge
schickt (in Tausenden):
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