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XVI
Das liberale Ministerium Melbourne musste nun aber am 2. September 18-11
zurücktreten. Im Lande herrschte seit einiger Zeit eine allgemeine Geschäfts
depression. Die Einnahmen der Post gingen unter dem Pennyporto sehr
zurück (vgl. S. 103); heute sagen wir: Gottlob!, denn die fiskalische Ueber-
spannung der alten Ueberschusswirtschaft war eine schwere Verirrung
gewesen. Trotzdem erklärte sich der neue Premier Peel für Beibehaltung
des neuen Tarifs. Hills Posten war um ein Jahr verlängert worden, doch
er stiess jetzt auf grosse Widerstände auch beim neuen Generalpostmeister,
und obwohl er sich zu unentgeltlicher Weiterarbeit erbot und gern fest
angestellt worden wäre, um sein Werk, das nun ganz in den Händen von
Gegnern lag, fortzuführen, musste er doch nach Ablauf des dritten Jahres
(am 14. September 1842) abtreten.
Baring fand diese Behandlung seines früheren Untergebenen sehr
„schäbig“ (shabby). Aber auch an anderen Sympathiekundgebungen fehlte
es dem Urheber des Pennyportos nicht. Der Abgeordnete Co bden schrieb
ihm einen sehr freundschaftlichen Brief, worin er die Hoffnung aussprach, dass
Hill , beim nächsten Regierungswechsel wieder an das alte ; Ruder käme,
und da er zu dem Zweck bis dahin unabhängig bleiben müsse und das
Land in seiner Schuld stünde, ein Arbeiter aber seines Lohnes wert sei
so wäre eine Nationalsubskription zu seinen Gunsten geplant. Während
der Amtszeit hatten übrigens Hills Ausgaben seine Einnalunen bei weitem
überstiegen. Er musste aber seine Familie unterhalten.
Es traf sich nun gerade, dass damals die Brighton-Eisenbahn
gesellschaft, deren Aktien von 50 auf 35 £ gefallen waren, ihre Betriebs
direktoren durch neue zu ersetzen wünschte, und man trug nun auch dem
stellungslosen Postreformer einen solchen Posten an. Er nahm an, wurde
bald Chairman (Generaldirektor) der Gesellschaft, hob ihre Aktien bis
1845 auf 75 £ und hatte damals unter Einschluss seiner Aktienanteile ein
Jahreseinkommen von 6000 £ (122 400 M). Seinen weiten Blick zeigte
er auch hier. Er liess auf jedem Zuge der Linie die .Post stets unentgelt
lich mitgehen und täuschte sich nicht in der Annahme, dass der Brief
verkehr auch den Personenverkehr heben würde. Etwa vier Jahre
lang (1843—1846) bekleidete er diese Stellung, dachte aber immer wieder
an seine Rückkehr in den Postdienst.
Unterdessen hatte der Kaufmännische Verein im März 1844 öffentlich
eine Subskription veranstaltet und zu einem Ehrengeschenk (testimonial)
für Hill aufgefordert. Schon zu Anfang 1845 ging ihm ein Scheck über
10 000 £ zu, und am 17. Juni 1846 fand die formelle Überreichung der
ganzen Spende in Höhe von 13 000 £ (265 000 M) statt.
Nach dem Rücktritt der Toryregierung forderten Abgeordnete, be
sonders Warbnrton, die Wiederanstellnng Hills. Dieser wollte aber keinen
niedrigeren Posten, denn als „Secretary“ annehmen. Doch der Platz war
immer noch von seinem alten Gegner, dem Obersten Maberly besetzt, der
auch 1500 £ Gehalt bezog, und da nur ein Platz von 1200 £ vakant was,
entschloss sich Hill erst nach langem Zaudern und weil er sich durch die
Nationalsubskription verpflichtet fühlte, diesen neben Maberly anzunehmen.