Full text : Weltporto-Reform

an  Briefporto  zu  erheben. 7 )  Vom  1.  Oktober  1907  ab  sind  diese
Sätze  ja  in  Kraft.  In  Deutschland  werden  für  15  Centimes
(12,15  Pf.)  10  Pf.  gerechnet.  Eine  regelmässigere  Tarifierung,
also  durchweg  je  15  Centimes  für  je  20  g  erschiene  jetzt
natürlich  als  nächste  Verbesserung  ziemlich  selbstverständlich,
da  die  Zahl  der  Briefe  von  mehr  als  20  g  Gewicht  nur  gering
zu  sein  pflegt.  In  den  Vereinigten  Staaten  wurde,  bevor  man
am  1.  Juli  1885  das  einfache  Briefgewicht  von  J /2  Unze  (14,17  g)
auf  eine  Unze  (28,34  g)  —  bei  einem  Portosatze  von  2  Cents
(8,4  Pf.)  —  erhöhte,  sorgfältig  ermittelt,  dass  nur  6%  der
eingelieferten  Briefe  mehr  als  ’/a  Unze  schwer  waren. 8 )
In  der  Schweiz  waren  vor  der  Briefgewichtserhöhung  von  15
auf  250  g  nur  4,2°/o  der  Eernbriefe  über  15  g  schwer. 9 )
Im  deutschen  lleichspostgebiet  lehrten  die  amtlichen  Feststellungen ­
  vor  der  letzten  Erhöhung  des  einfachen  Briefgewichts
von  15  auf  20  g,  dass  zwar  etwa  9,5  °/o  der  internen  Briefe
(ohne  die  Ortsbriefe  natürlich,  die  250  g  wiegen  dürfen)  mehr
als  15  Gramm  schwer  waren;  aber  nur  etwa  3  Prozent  wogen
zwischen  15  und  20  Gramm. 10 )  Dieselbe  Briefgewichtserhöhung
  im  Auslandsverkehr  (vom  1.  Oktober  1907  ab)  wird
also  nur  sehr  wenigen  Briefschreibern  zugute  kommen,  auch
verhältnismässig  wohl  noch  wenigeren,  als  im  Inlande,  zumal  da
erfahrungsgemäss  die  internationalen  Briefe  bisher  im  Durch7 ­

 )  Yergl.  „Archiv  für  Post  und  Telegraphie“  3906,  S.  439  f.
8 )  Yergl.  die  Zeitschrift  des  Weltpostvereins,  „L’Union  postale“,
Jahrgang  1885,  S.  235  f.  und  S.  79—82.
°)  Vgl.  L’ünion  postale  1893,  S.  21.
10 )  In  den  Artikeln  „Portoreformen  und  Reiohspostf  inanzen“
von  Arved  Jürgensohn  ln  der  „Frankfurter  Zeitung“  (Leitartikel)  vom
31.  Januar,  5.  Februar  und  23.  April  1904  (Kr.  31,  36  und  113)  findet  man
eine  genaue  Darstellung  der  Wirkungen  dieser  Briefgevvichtserhöhung  von
15  auf  20  Gramm,  auch  nach  der  finanziellen  Seite.  Es  wurde  hier  zuerst ­
  statistisch  eingehend  nachgewiesen,  dass  an  Stelle  des  amtlich  veranschlagten ­
  Einnahmeausfalles  von  4—5  Millionen  (Stephan)  oder  von
2'/o  Millionen  (v.  Podbielski)  schon  im  Jahre  1900  (die  Reform  trat  am
1.  April  1900  in  Kraft)  eine  Mehreinnahme  von  12  Millionen  Mark
eintrat.  Auf  die  amtlichen  Quellen  dafür  wird  in  dieser  Arbeit  näher  verwiesen. ­
  1902  kamen  auf  931,6  Millionen  einfache  Briefe  85,7  Millionen
doppelte  (über  20  g  schwere)  d.  h.  8,5  %.  (Genaueres  ernten  S.  135  f).  i
            
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