Full text : Weltporto-Reform

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schnitt  nur  10  Gramm  wogen. 11 )  Das  ist  also  ein  Grund,  recht
bald  auch  für  die  erste  Gewichtsstufe  (die  ersten  20  g)  den
Tarif  von  15  Centimes  einzuführen,  der  jetzt  erst  für  die
weiteren  15  g  gilt.  Beiläufig  gesagt,  ist  es  auch  sehr  möglich,
dass  eine  solche  Reform  bald  zu  ansehnlichen  Mehreinnahmen
führt.
Vom  15.  Dezember  1905  ab  trat  nun  auch  im  Verkehr
Englands  mit  seinen  Kolonien  einerseits  und  Ägyptens  mit
dem  Sudan  andererseits  das  1  Penny-Porto  für  Ya  Unze  bei
Briefen  in  Kraft,  an  Stelle  des  bisherigen  AVeltportos  von  2 x /a  Pence
(25  Centimes).  Das  entsprechende  ägyptische  Porto  sind
5  Milliemes  (10  Pf.)  für  je  20  g  statt  des  bisherigen  internationalen ­
  Satzes  von  10  Milliemes  (20  Pf.)
Die  ägyptische  Postverwaltung  gab  bei  dieser
Gelegenheit  —  das  ist  höchst  bemerkenswert  —  bekannt,
dass  sie  bereit  sei,  auch  im  Verkehr  mit  anderen  Ländern,
bei  Zusicherung  der  Gegenseitigkeit,  dieses  billige  Porto
einzuführen.
Italien  mit  seinen  afrikanischen  Kolonien  schloss  darauf
auch  ein  gleiches  Abkommen  mit  Ägypten  ab,  wohin  seitdem
also  das  italienische  Inlandsporto  von  15  Centesimi  (12  Pf.)  gilt.
Die  Ältesten  der  Kaufmannschaft  von  Berlin  ersuchten ­
  im  September  1900  die  deutsche  Reichspostverwaltung,
angesichts  der  so  bevorzugten  englischen  und  italienischen
Handelskonkurrenz  im  Pharaonenlande  doch  eine  gleiche  Übereinkunft ­
  Deutschlands  mit  Ägypten  zu  treffen.  Der  Antrag
wurde  jedoch  abgelehnt. *  12 )
Zu  Anfang  Juli  1906  sprach  der  englische  Generalpostmeister ­
  auf  einem  Bankett  zu  Ehren  der  in  London  versammelten
Mitglieder  der  Handelskammern  des  britischen  Reiches  die
folgenden  höchst  beachtenswerten  Worte:
u )  Vergl.  „Weithase,  Geschichte  des  Weltpostvereins“  (2.  Auflage.),
Strasshurg  1895,  S.  47.  Vielleicht  hat  dieses  Durchschnittsgewicht  sich  seit
der  Erhöhung  des  Briefgewichts  auf  20  g  auch  im  Weltverkehr  etwas  erhöht.
Die  „Deutsche  Verkehrszeitung“  (1908,  S.  624)  gibt  als  Durchschnitt
13,6g  für  einen  Brief  an,  allerdings  anscheinend  nur  für  den  deutsch-amerikanischen ­
  Verkehr.
12 )  Vgl.  „Berliner  Jahrbuch  für  Handel  und  Industrie“,  Jahrg.  1906,
I.  S.  514—516.
            
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