Full text : Weltporto-Reform

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Briefpostporto  (für  Briefe,  Postkarten,  Drucksachen  usw.)  in
seinen  Grundzügen  verstanden,  sofern  es  auch  im  internationalen
Verkehr  zur  Geltung  kommt.  Denn  mit  der  Ermässigung  des
Auslandsportos  für  Briefe  etwa  bis  auf  den  inländischen  Satz
wird  in  der  Regel  früher  oder  später  auch  eine  Ermässigung
der  Taxen  für  Karten,  Drucksachen  usw.  verknüpft  sein,  da
diese  verschiedenen  Briefkategorien  in  einem  gewissen  Verhältnis ­
  in  Bezug  auf  die  Portohöhe  zu  stehen  pflegen  und  die
Änderung  der  einen  Kategorie  auch  eine  entsprechende  Änderung ­
  der  anderen  fordert.
Erst  das  inländische  Einheitsporto,  ohne  Rücksicht  auf  die
Entfernung,  wie  es  seit  Rowland  Hills  Pennyportoreform  auch  in
den  anderen  Ländern  Eingang  fand,  hat  nachher  auch  ein  internationales ­
  Einheitsporto,  wie  es  im  AVeltpostverein  verwirklicht
wurde,  ermöglicht.
Die  Idee  eines  Weltpostvereins,  der  die  ganze  Erde  umfasst, ­
  wurde  schon  1841  mit  vollem  Bewusstsein  entwickelt.  Doch
ehe  sie  zur  vollen  Entfaltung  kam,  erlebte  sie  mancherlei  Vorstufen ­
  teilweiser  Verwirklichung  in  engerem  Rahmen.
Am  1.  Juli  1850  trat  der  Deutsch-Österreichische
Postverein  ins  Leben,  dem  17  Postverwaltungen  angehörten,
darunter  auch  die  dänischen  Lande  Holstein-Lauenburg,  ferner
Luxemburg  und  Thurn  und  Taxis.  Venetien  und  die  Lombardei
(heute  zusammen  48  938  qkm  mit  7,8  Millionen  Menschen)  gegehörten
  damals  als  österreichische  Provinzen  mit  dazu,  bis  1866,
während  Bosnien  und  die  Herzegowina  erst  nach  1878  hinzukamen
(Elsaß-Lothringen  als  Deutsche  Reichslande  1871).  In  Wirklichkeit ­
  war  dieser  Verein  von  so  vielen  unabhängigen  fremden
Staaten  —  die  deutschen  Einzelstaaten  waren  damals  doch  ganz
ungebunden  und  fi’ei  dastehende  souveräne  Länder  —  tatsächlich
ein  internationaler  mitteleuropäischer  Postverein,  nicht
bloss  ein  deutscher  Postverein.  Im  Gegensatz  zu  dem  wesentlich
davon  verschiedenen  Schweizerischen  Postverein  von  1849,
der  die  bisher  selbständigen  16  verschiedenen  Postverwaltungen
der  zahlreichen  Kantone  (22  an  Zahl)  durch  eine  gemeinsame
Bundespost  vereinigte,  blieben  im  Deutsch-Österreichischen  Postverein ­
  die  einzelnen  Postverwaltungen  selbständig  und  bildeten
nur  für  den  Wechselverkehr  ein  einheitliches  Postgebiet  mit
            
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