Full text : Weltporto-Reform

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Kapitel  III.
Der  Entwickelungsgang  des  In^  und
Auslandsportos.
Am  10.  Januar  1840  trat  in  England  ein  neues,  in  der
ganzen  Welt  Aufsehen  erregendes  Briefporto  in  Kraft:  das
Pennyporto  Rowlands  Hills.
Vorher  bezahlte  man  für  Briefe  mindestens  4  Pence  (bis
zu  15  engl.  Meilen)  und  mit  zunehmender  Entfernung  stets  1  d
mehr,  bis  zu  17  Pence  als  Höchstsatz.  Es  gab  damals  (1812  bis
1839)  vierzehn  Entfernungszonen,  die  nach  der  Länge  der  Poststrassen ­
  berechnet  wurden.  Man  hatte  auch  kein  festes  Briefgewichtsmass
  für  das  einfache  Porto,  sondern  musste  die  eben
erwähnten  Portosätze  für  jeden  eingelegten  Briefbogen  entrichten. ­
 1 )  Durchschnittlich  kam  damals  ein  inländischer  Brief
etwa  auf  7  Pence  zu  stehen.
Das  neue  Hillsche  Porto  von  einem  Penny  (8^2  Pf.)  aber
galt  ohne  jede  Rücksicht  auf  die  Entfernung  für  jeden
frankierten  Brief  bis  zu  einer  halben  Unze  (14,17  g)  Gewicht,
auch  für  die  allerweitesten  Strecken  des  Landes,  sofern  der  Bestimmungsort ­
  nur  eine  Postanstalt  besass.
b  Ein  einfacher  Brief,  mit  einem  Briefbogen,  kostete  bis  zu  15  engl.
Meilen  (24  km)  4  cl,  aber  ein  doppelter,  mit  2  Briefbogen,  8  d,  ein  dreifacher
12  d  (=  1  Schilling),  und  ein  Brief  von  mehr  als  1  Unze  (28,34  g)  Gewicht
1  s  4  d  (=  1  M  36  Pf.).  Briefe  der  weitesten  Entfernungszone  (über  700  engl.
Meilen  =  1120  km)  stellten  sich  einfach  auf  1  s  5  d,  doppelt  auf  2  s  10  d,
dreifach  4  s  3  d  und  bei  mehr  als  1  Unze  Gewicht  auf  5  s  8  d  (=  5  M  42  Pf.).
Die  Schalterbeamten  hatten  mit  dem  Beschnüffeln  der  Briefe  in  Bezug  auf
die  Briefbogenzahl  viel  zu  tun.  In  Schottland  gab  es  nur  drei  Entfernungszonen ­
  und  drei  Arten:  einfache,  doppelte  und  über  1  Unze  schwere  Briefe.
In  Irland  war  letzteres  ebenso,  doch  gab  es  da  mehr  Zonen.  (Yergl.  „Archiv
für  Post  und  Telegraphie“  1905,  S.  780,  eine  Wiedergabe  des  Buches  von
J.  G.  Hendy,  The  History  of  the  early  Postmarks.  London.)
            
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