Full text : Weltporto-Reform

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hemmen  würde,  so  lastet  auch  das  Weltpostvereinsporto  von
25  Centimes  oder  20  Pf.  auf  dem  Auslandsverkehr.  Es  verlangsamt ­
  ihn,  es  hindert  den  Privatmann  in  der  Häufigkeit  der
Korrespondenz  und  den  Greschäftsmann  an  der  massenweisen
Aussendung  von  Propagandahriefen,  wie  sie  der  rege  Wettbewerb ­
  von  heute  unbedingt  erfordert.
Die  Portoermässigung  für  die  schwereren  Briefe  (vom
1.  Oktober  1907  ab)  war  gewiss  an  sich  erwünscht,  aber  die
einfachen  Briefe  bilden  sicherlich  90—95  °/o  der  Ausländsbriefe.
Deshalb  bedarf  es  auch  für  diese  einer  allgemeinen  Herabsetzung
auf  den  Inlandssatz,  auf  10  Centimes  oder  1  Penny  oder  10  Pf.
Das  Pennyporto  muss  auch  zum  internationalen  Weltporto ­
  werden.  Es  ist  nun  hohe  Zeit,  dass  das  endlich  geschieht. ­
  Denn  schon  seit  1875,  d.  h.  seit  34  Jahren,  ist
der  alte  teure  Satz  von  etwa  25  Centimes  in  Kraft.  Das
ist  heutzutage  eine  sehr  lange  Zeit,  ja  eine  halbe  Ewigkeit  für
eine  Brieftaxe,  die  noch  nicht  bei  einem  ganz  billigen,  allgemein
erschwinglichen  Satze,  wie  dem  des  Inlandsportos,  angelangt  ist.
Stephans  Denkschrift  von  1868  schlug  bereits  20  Centimes
(16  Pf.)  vor,  und  1885  erklärte  er  die  Herabsetzung  bis  auf  den
Inlandssatz  als  sein  Ideal  und  künftiges  Ziel,  wie  lange  vor
ihm  schon  andere  das  getan.
Es  wird  nicht  leicht  sein,  in  verkehrsreichen,  gut  verwalteten ­
  Ländern  eine  Briefportotaxe  der  neueren  Zeit  seit
Rowland  Hill  zu  finden,  die  34  Jahre  lang  unverändert  geblieben ­
  wäre,  wofern  sie  nicht  schon  einen  gewissen  äussersten
Satz  der  Wohlfeilheit  dar  stellte.
Selbst  das  englische  Pennyporto  von  1840  (Id  oder  8*/2  Pf.
für  Ya  Unze  =  14,17  g)  wurde  durch  nachträgliche  Erhöhung
des  einfachen  Briefgewichts  —  wie  vorher  schon  bemerkt  —
zuerst  auf  1  Unze,  dann  (1897)  auf  4  Unzen  (113,36  g)  noch
weiter  verbilligt;  Dänemark  und  die  Schweiz  (1.  Dezember  1891)
sind  damit  längst  bis  auf  250  g  gegangen  (bei  einem  Porto  von
8  —  später  10  —  Oere  und  10  Centimes).
Die  schon  erwähnte  preussische  Brieftaxe  von  1824  (21  Zonen;
1—19  Sgr.)  wurde  1844  (8  Zonen;  1—6  Sgr.),  dann  wieder  1849
(3  Zonen;  1—3  Sgr.)  und  schliesslich  im  Korddeutschen  Bund
1868  (Einheitsporto  1  Sgr.)  ermässigt,  am  1.  April  1900  wurde
            
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