Full text: Vergangenheit und Zukunft der Sozialwissenschaften

101 
ihr ab, so gibt man nur anderen den Weg zu ihr frei 
und bleibt selbst zurück. Es geht da wie im Wirt 
schaftsleben bei freier Konkurrenz: Die einmal von 
irgendwem erkannten Gewinnmöglichkeiten sind eben 
da. Im allgemeinen greifen immer viele nach einer 
jeden — wer es nicht tut, der geht eben unter, lang 
sam vielleicht, aber sicher — und wenn es gelegent 
lich vorkommt, daß die Leute eine solche Gewinn 
möglichkeit z. B. eine bestimmte Produktions 
methode, ungenutzt lassen, dann ist der Gewinn des 
jenigen, der sich ihrer bemächtigt, um so größer, 
welcher Umstand eben in einer Gemeinschaft, in der 
es aufgeweckte Unternehmer in gehöriger Anzahl 
gibt im allgemeinen die Ausnutzung aller jeweils als 
praktisch erkannten Gewinnmöglichkeiten garantiert. 
Die Wissenschaft aller Länder ist heute eine solche 
Gemeinschaft. Und aller erreichbare vorhandene 
Boden wird unweigerlich bebaut. Hat man ein neues 
Stück gerodet, dann kommt man wieder in eine „ob 
jektiv“ gegebene neue Situation, wo abermals ge 
gebene Möglichkeiten nur der Entdeckung harren. 
Blieben sie, wenn von irgendwem erkannt, unaus- 
genutzt — was ja gewiß „möglich“ wäre — so be 
deuteten sie lauter lucra cessantia an Erkenntnis und 
eben deshalb entgehen sie dem Geist nicht, der über 
haupt forschen will: Erkenntnisgewinn und Befriedi 
gung können ja vergebens locken, aber sehr starke 
Motive wirken stets dahin, daß sie es nicht tun. Um 
also ihre Richtung ausschließlich und dauernd „herr 
schend“ zu erhalten, müßte eine wissenschaftliche 
Gruppe das wissenschaftliche Arbeiten auf ihrem Ge
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.