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ihr ab, so gibt man nur anderen den Weg zu ihr frei
und bleibt selbst zurück. Es geht da wie im Wirt
schaftsleben bei freier Konkurrenz: Die einmal von
irgendwem erkannten Gewinnmöglichkeiten sind eben
da. Im allgemeinen greifen immer viele nach einer
jeden — wer es nicht tut, der geht eben unter, lang
sam vielleicht, aber sicher — und wenn es gelegent
lich vorkommt, daß die Leute eine solche Gewinn
möglichkeit z. B. eine bestimmte Produktions
methode, ungenutzt lassen, dann ist der Gewinn des
jenigen, der sich ihrer bemächtigt, um so größer,
welcher Umstand eben in einer Gemeinschaft, in der
es aufgeweckte Unternehmer in gehöriger Anzahl
gibt im allgemeinen die Ausnutzung aller jeweils als
praktisch erkannten Gewinnmöglichkeiten garantiert.
Die Wissenschaft aller Länder ist heute eine solche
Gemeinschaft. Und aller erreichbare vorhandene
Boden wird unweigerlich bebaut. Hat man ein neues
Stück gerodet, dann kommt man wieder in eine „ob
jektiv“ gegebene neue Situation, wo abermals ge
gebene Möglichkeiten nur der Entdeckung harren.
Blieben sie, wenn von irgendwem erkannt, unaus-
genutzt — was ja gewiß „möglich“ wäre — so be
deuteten sie lauter lucra cessantia an Erkenntnis und
eben deshalb entgehen sie dem Geist nicht, der über
haupt forschen will: Erkenntnisgewinn und Befriedi
gung können ja vergebens locken, aber sehr starke
Motive wirken stets dahin, daß sie es nicht tun. Um
also ihre Richtung ausschließlich und dauernd „herr
schend“ zu erhalten, müßte eine wissenschaftliche
Gruppe das wissenschaftliche Arbeiten auf ihrem Ge