Full text: Material zur Lage der Bergarbeiter während des Weltkrieges

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Essen, den 23. August 1916. 
An die Zeche Matthias Stinnes, Altenessen. 
Der bei Ihnen beschäftigt gewesene Arbeiter Hirsch Gold 
berg aus Lodz will in seine Heimat zurückkehren, und zwar, 
wenn es nicht anders ist, auf eigene Kosten. Wir sollen Sie in 
seinem Namen ersuchen, ihm seinen Paß und seinen Entlassungs 
schein umgehend zuzusenden. Er wohnt Essen, Stoppenberger 
straße 81. 
Wir bitten, dies baldgefälligst zu tun, damit er abreisen 
kann. Hochachtungsvoll usw. 
Darauf folgte nachstehende Anzeige an das Polizeipräsidium 
in Essen i 
Essen, den 25. August 1916. 
Zu unserer Eingabe betreffend die russischen Arbeiter zeigen 
wir ferner an, daß folgende drei Arbeiter: 
1. Schia Speiser in Stoppenberg, Salkenbergsweg 24, 
2. Adolf Zucker in Stoppenberg, Feldstraße (Ziegelei), und 
3. Kaufmann Przinski, z. Z. Krankenhaus in Stoppenberg, 
wieder nach Rußland zurückkehren wollen, und zwar Speiser und 
Przinski nach Lodz und Zucker nach Kalisch. 
Speiser liegt seit mehreren Tagen im Krankenhaus zu 
Stöppenberg. Er ist krank und kann nicht weiter arbeiten. 
Zucker ist ebenfalls krank und schwächlich und kann die Arbeitz 
nicht aushalten. Er wird aber nach seiner Angabe von dem 
Steiger mit Gewalt zur Fortsetzung der Arbeit gezwungen. Er 
gibt an. daß er durch Schläge gezwungen worden sei. wieder 
einzufahren. 
Der Drittgenannte ist ebenfalls krank. Er leidet an epi 
leptischen Unfällen. Er gibt ebenfalls an, durch Mißhandlung 
zur Fortsetzung der Arbeit gezwungen zu sein. Alle drei Ar 
beiter waren beschäftigt auf Zeche Ernestine in Stoppenberg. 
Der Herr Polizeipräsident erwiderte darauf: 
Essen, den 26. August 1915. 
Auf die Eingaben vom 20. und 23. d. Mts., betr. russische Arbeiter. 
Nach den zurzeit geltenden ministeriellen Bestimmungen sind die 
mit behördlicher Genehmigung im besetzten russisch-polnischen Gebiete 
von hiesigen Unternehmern angeworbenen Arbeiter verpflichtet, bei 
dem Arbeitgeber, der sie angeworben hat, in Arbeit zu bleiben. Unter
	        
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