Full text: Material zur Lage der Bergarbeiter während des Weltkrieges

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Leuten ist ja die Lohnsteigerung besonders geringfügig gewesen. 
Sodann ist auch ein besserer Ausgleich unter den Gedingelöhnen 
notwendig. Es müssen die am niedrigst Entlohnten am meisten 
berücksichtigt werden. 
Daß die von uns gewünschte Lohnerhöhung gewährt werden 
kann, beweisen die Geschäftsabschlüsse einer ganzen Reihe von 
Werken für das 2. und 3. Vierteljahr 1915. 
Es ist auch nicht abzustreiten, daß der Tonnenpreis der 
Kohle gestiegen ist. Man wird aus die Steigerung der Selbst 
kosten hinzuweisen versuchen. Noch einer Berechnung, aufge 
stellt auf Grund des Geschäftsberichtes der Harpener Bergbau 
gesellschaft, zu der 21 Kohlenbergwerke in den verschiedenen 
Teilen des Ruhrreviers gehören, betrug die totale Lohnausgabe- 
Pro Tonne Förderung im Jahre 1913/14: 6,72 Mk., im Jahre 
1914/15: 6,70 Mk. Durch die Löhne sind also die Selbstkosten 
nicht gesteigert. 
Der Selbstkostenpreis der Tonne Kohlen kam der Harpener 
Gesellschaft im Jahre 1913/14 auf 9,85 Mk., im Jahre 1914/15 
auf 10,30 Mk. zu stehen. Bei der stattgefundenen Erhöhung 
der Kohlenpreise bleibt also gegen früher noch ein höherer 
Ueberschuß. 
Wir erlauben uns zum Schlüsse noch darauf hinzuweisen, 
daß im holländischen Bergbau ab 1. November 1916 eine Lohn 
erhöhung von durchschnittlich 10 Prozent erfolgt ist, und daß 
der Hauerdurchschnittslohn vom genannten Zeitpunkte 4 Gulden 
betragen soll. Dabei sind die holländischen Gruben längst nicht 
so rentabel, wie die meisten Gruben im hiesigen Bergbau und 
haben außerdem auch die Lebensmittclpreisc in Holland bei 
weitem nicht die Höhe erreicht, wie bei uns.. 
Indem wir um geneigte Berücksichtigung unserer Wünsche 
und baldige zusagende Antwort bitten, verbleiben wir 
mit hochachtungsvollem Glückauf! 
(folgen Unterschriften.) 
# -!- 
Essen, den 6. November 1915. 
An den Vorstand des Vereins für die bergbaulichen Interessen 
im Bezirk Aachen. 
Die Unterzeichneten gestatten sich, Ihnen folgenden Antrag 
zu unterbreiten, mit der Bitte, ihn bei Ihren Vereinsmitgliedern 
zu befürworten: 
Mit Rücksicht auf die außerordentlich hohe Preissteigerung 
auf dem Lebensmittelmarkte ersuchen wir, die Löhne der Berg 
arbeiter auf Ihren Vereinswerken um 10 bis 20 Prozent zu
	        
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