fullscreen: Neuere Zeit (Abt. 2)

Türkenkriege u. spanischer Erbfolgekrieg; Osterreich europ. Großmacht. 571 
Denn inzwischen hatten Hilferufe bei den Seemächten der 
Großen Allianz Gehör gefunden, die Prinz Eugen schon im 
Jahre 1703 hatte erschallen lassen. Zuerst in England sah 
man ein, daß man den Kaiser auf dem Hauptkriegsschauplatze 
aicht im Stich lassen dürfe: um so mehr, als der englische 
Feldherr Lord Marlborough in den Niederlanden nur spärliche 
Lorbeeren gewann. Und so gelang es, nachdem Marlborough 
auch die Niederlande zur Teilnahme veranlaßt hatte, seit Mai 
1704 eine große Diversion ins Werk zu sezen. Um diese Zeit 
zog eine starke Armee der Allianz den Rhein aufwärts; Anfang 
Juni war man am Oberrhein angelangt; am 12. Juni hielten 
Marlborough, der Markgraf von Baden und Prinz Eugen 
nicht weit von Heilbronn gemeinsamen Kriegsrat: Eugen über⸗ 
nahm das Kommando am Oberrhein; der Markgraf und der 
Lord sollten gemeinsam in Bayern einfallen. So vereinigten 
sich niederländische und Reichsarmee und erschlossen sich zunächst 
durch Erstürmung der bayrischen Schanzen am Schellenberg 
bei Donauwörth, am 2. Zuli 1704, den Eintritt in die 
bayrischen Grenzen. Das war für die Franzosen der Anlaß, 
ihre oberrheinische Armee unter dem Marschall Tallard alsbald 
gegen Bayern in Bewegung zu setzen; denn es war klar, daß 
nun ein Hauptschlag an der Donau erfolgen mußte. In der 
Tat gelang es Tallard, noch einmal wieder die Schwarzwald⸗ 
pässe zu durchbrechen; so wenig, wie früher der Markgraf von 
Baden, konnte ihn jetzt Prinz Eugen aufhalten. Aber er 
erschien nicht allein jenseits der blauen Berglinien des Waldes. 
Prinz Eugen folgte ihm mit seiner Armee: es war wie bei 
dem Altschlusse eines gut gebauten Stückes: alle Feldherren 
der zwei oder drei Kriegsschauplätze des Nordens fanden sich 
zusammen. Und nun kam es, am 13. August 1704, zur 
Schlacht bei Höchstädt an der Donau, oberhalb Donauwörth, 
in derfelben Gegend, in der ein Jahr zuvor das Heer des 
Grafen Styrum geschlagen worden war. Sie endete mit einer 
vollen Niederlage der Bayern und Franzosen; 9000 Franzosen 
mußten kapitulieren, Tallard selbst wurde gefangen; die Ver— 
luste der Allianz betrugen etwa 12000, die der Bayern und
	        
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