Full text : Material zur Lage der Bergarbeiter während des Weltkrieges

148

setzen  kann,  und  stehen  die  Leute  so  stundenlang  im  Wasser.  Das
ordnete  der  Fahrsteiger  Witsch  am  21.  Dezember  wieder  an.
Auf  Prosper  I  kommen  Gefangene,  welche  keine  Anderthalb
machen  wollen,  die  halbe  Schicht  unter  das  Ort  unter  dem  Füllort ­
  und  haben  so  sehr  durch  die  eiskalte  Luft,  die  dort  weht,  zu
leiden."
Wir  ersuchen  höflichst,  uns  von  dem  Ergebnis  der  Untersuchung ­
  Mitteilung  zu  machen.
Mit  hochachtungsvollem  Glückauf!
Der  Vorstand  des  Verbandes  der  Bergarbeiter  Deutschlands.
¥  $
Eine  Abschrift  der  Eingabe  wurde  mit  folgendem  Schreiben
an  das  Kgl.  Generalkommando  des  7.  Armeekorps  in  Münster
gerichtet:
„Am  7.  Dezember  1815  fand  in  Berlin  eine  Besprechung  der  Vertreter ­
  der  Bergarbeiterorganisationen  mit  Sr.  Exzellenz  dem  Herrn
Handelsminister  Or.  Sydow  statt.  Es  kamen  dabei  auch  Mißhandlungen
  von  Gefangenen  in  der  Grube  zur  Sprache.  Der  Herr  Handelsminister ­
  ersuchte,  alle  Fälle  von  Mißhandlungen  den  zuständigen  Kgl.
Oberbergämtern  mitzuteilen.  Unterm  14.  Dezember  1916  kamen  wir
dem  nach,  sahen  uns  aber  heute  wieder  gezwungen,  das  Oberbergamt
in  Anspruch  zu  nehmen.  Wir  senden  dem  Kgl.  Generalkommando
eine  Abschrift  der  Beschwerde  zu,  da  darin  behauptet  wird,  daß  auch
Militärpersonen  sich  an  den  Mißhandlungen  beteiligten.  Vielleicht
dürften  wir  darum  ersuchen,  uns  von  dem  Ergebnis  der  Untersuchung
Mitteilung  zu  machen.
Hochachtungsvoll!
Der  Vorstand  des  Verbandes  der  Bergarbeiter  Deutschlands."
H  H  rjr
Es  lief  darauf  unterm  17.  März  folgende  Antwort  ein:
Münster,  den  17.  März  1916.
An  den  Vorstand  des  Verbandes  der  Bergarbeiter  Deutschlands
in  Bochum.
Auf  die  an  das  stellvertretende  Generalkommando  des  7.  Armeekorps ­
  zu  Münster  gerichtete  Eingabe  vom  10.  1.  1916,  dem  ein
Schreiben  an  das  Königliche  Oberbergamt  in  Dortmund  vom  gleichen
Tage  beigefügt  war,  wird  Ihnen  hierdurch  mitgeteilt,  daß  das  Verfahren, ­
  soweit  es  sich  um  angebliche  Mißhandlungen  von  Kriegsgefangenen ­
  auf  der  Zeche  Prosper  I  handelt,  laut  Beschluß  des  unterzeichneten ­
  Gerichts  vom  9.  3.  1916  eingestellt  worden  ist.  Die  eingehenden ­
  Ermittelungen  haben  keinerlei  Anhaltspunkte  ergeben,  daß
die  in  der  Eingabe  vom  10.  1.  1916  geschilderten  Vorgänge  auf  Richtigkeit ­
  beruhen.  Der  von  dem  Bezirksleiter  Krähn  in  Gladbeck  benannte
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.