Full text : Material zur Lage der Bergarbeiter während des Weltkrieges

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lernten  werden  glühend,  brennen  durch  und  man  forscht  dann,
wenn  das  Unglück  geschehen,  oft  vergebllch  nach  den  Ursachen.
Auch  sei  bekannt,  daß  diese  mit  der  Gefährlichkeit  der  Bergarbeit ­
  nicht  bekannten  fremdsprachigen  Arbeiter  leidenschaftlich
dem  Zigarettenrauchen  huldigen,  dem  manche  auch  nicht  in  der
Grube  entsagen.  Es  wäre  nun  angebracht,  da  viele  Arbeiter
Analphabethen  seien,  wenn  Dolmetscher  sie  mündlich  über  die
Gefahren  des  Bergbaues  unterrichteten.  Dies  müßte  von  Zeit
zu  Zeit  wiederholt  werden  und  glauben  wir,  daß  dadurch  das
Gerügte  unterbliebe  und  damit  die  Heraufbeschwörung  von  Unglücksfällen. ­

Durch  die  Mitteilung  dieser  Beschwerden  sind  wir  dem
Wunsche  vieler  Bergarbeiter  nachgekommen  und  ersuchen  das
Königliche  Obcrbergamt  höflichst,  uns  von  seinen  Anordnungen,
die  vorgebrachten  Fälle  betreffend,  in  Kenntnis  zu  setzen,  auf
daß  wir  bei  weiteren  bei  uns  einlaufenden  Beschwerden  ähnlicher
Art  auf  diese  Anordnungen  hinweisen  können.
Hochachtungsvoll!
Der  Vorstand  des  Verbandes  der  Bergarbeiter  Deutschlands.
*  *  *
Das  König!.  Oberbergamt  Dortmund  sandte  am  7.  Februar
1916  folgendes  Antwortschreiben:
Dortmund,  den  7.  Februar  1816.
An  den  Verband  der  Bergarbeiter  Deutschlands  in  Bochum.
Auf  die  Eingabe  vom  21.  Dezember  1915.
Wie  nach  dem  Inhalt  Ihrer  Eingabe  Ihnen  bereits  zutreffend
mitgeteilt  worden  ist,  bieten  sich  während  der  Kriegsz,eit  in  der  Beschaffung ­
  der  für  Unsere  Bergbaubetriebe  üblichen  Sprengstoffe  gewisse
Schwierigkeiten.  Die  Frage  einer  ausreichenden  Versorgung  der
Gruben  mit  sachgemäßen  Sprengstoffen  wird  daher  unsererseits  einer
fortdauernden  ernsten  Prüfung  unterzogen.
Was  die  anderen  Gegenstände  Ihrer  Beschwerde  betrifft,  so  haben
die  auf  den  Schachtanlagen  der  Gewerkschaft  Deutscher  Kaiser  angestellten ­
  Ermittelungen  ergeben,  daß  von  den  fremdsprachigen  Und  der
deutschen  Sprache  nicht  mächtigen  Arbeitern,  Gefangenen  und  aus  den
besetzten  Gebieten  stammenden  Arbeitern  im  allgemeinen  die  Wettertüren ­
  regelmäßig  geschlossen  werden.  Es  wird  den  Leuten  einmal
durch  die  Steiger  verständlich  gemacht,  daß  die  Türen  zu  schließen
seien,  außerdem  erklären  ihnen  auch  besonders  die  der  polnischen
Sprache  mächtigen  Arbeiter  den  Zweck  der  Wettertüren.  Die  polnisch
sprechenden  Arbeiter  werden  von  den  Beamten  angehalten,  den  Russen
und  russisch-polnischen  Arbeitern  die  erforderlichen  Anweisungen  verständlich ­
  zu  machen.
            
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